Quo vadis SEO?

Ich finde es immer wieder erstaunlich, wie schnell manche Leute die Suchmaschinenoptimierung für tot erklären. Für alle, die es noch nicht mitbekommen haben, soll SEO nämlich schon wieder gestorben sein, diesmal mit dem Penguin + Panda Update von Google  Ende April. Irgendwie kommen nach jedem größeren Update, das Google fährt, die Untergangspropheten aus sich heraus und beschwören das nahe Ende einer derzeit stark prosperierenden Branche.

Dabei ist doch das genaue Gegenteil der Fall. Nur weil Google ein paar dubiosen Methoden der Optimierung den Kampf angesagt hat oder den Garaus macht,  ist doch SEO nicht tot. Was ist bloß los, dass manche scheinbar immer noch glauben sich SEO schimpfen zu können, nur weil sie mit ein paar gekauften Links und ordentlich Spam vorne in den Rankings landen? Das diese Methoden nicht mehr (gut) funktionieren ist schon fast ein Segen für die ganze Online-Marketing Branche.

Suchmaschinenoptimierung ist eben auch mit Arbeit verbunden.

Nachdem sich der ganze Wirbel ein wenig gelegt hat, tritt nun zunächst das ein, was im Sinne der User ist. All jene Webseiten wurden belohnt, die versucht haben mit gutem Content zu überzeugen. Natürlich sind hier Abstriche nötig. Auch das Pinguin-Paket ist letztlich nur ein Algorithmus, den man austricksen kann. Und genau das werden viele auch wieder versuchen. Google ist damit groß geworden, dass die Suchergebnisse schneller und relevanter  waren, als die der Konkurrenz. Und dabei soll es aus Sicht von Google auch bleiben. Also wird Google immer wieder neue Algorithmen ins Feld schicken, die die Suchergebnisse verbessern sollen. Auf der anderen Seite werden manche immer versuchen, diese Qualitätsmaßnahmen zu umgehen um mit wenig Aufwand viel zu erreichen – zumindest kurzfristig. Die meisten SEOs greifen auch zu unerlaubten Mitteln, weil die Kunden schnell Ergebnisse sehen wollen. Dennoch versuchen sie natürlich auch ihre Projekte mittel- bis langfristig gut zu positionieren. Ob der alte Status Quo in ein paar Monaten wieder hergestellt ist oder ob sich wirklich was getan hat, werden wir sehen.

Also, wohin geht es mit den totgesagten Suchmaschinenoptimierern?

Meiner Meinung nach werden die SEO- und Werbeagenturen von Google ganz clever als externe Vertriebsabteilung genutzt. An Google kommt man einfach nicht vorbei, wenn man im Online-Marketing erfolgreich sein will. Wenn es darum geht, wie ein Projekt mehr User und mehr Traffic im Internet erzielen kann, hat die Antwort fast immer mit Google zu tun. Mehr User? Adwords buchen. Mehr Umsatz mit der Webseite machen? AdSense schalten. Andere Kanäle nutzen um die eigene Website oder die eigene Marke bekannter zu machen? Videos bei Youtube hochladen, was wiederum Google gehört. Mit Picasa hat Google ein Fotoportal, das weltweit angenommen wird. Die eigene Seite auf Fehler analysieren? Webmaster-Tools – die Crawler haben schon so manchen Fehler gefunden. Wissen, wie viele User die eigene Seite besuchen und was sie dort machen? Google Analytics. Speicherplatz im Internet, die so genannte Cloud? Google Drive ist vor kurzem an den Markt gegangen. Ein Publishing System für Smartphones und Tablets? Google Currents. Social Signals werden über Google+ generiert. Gut, im Social Web ist Google noch keine große Nummer, aber wer glaubt denn, dass das noch lange so bleibt?

2006 wurde eine sehr coole Sience-Fiction-Geschichte veröffentlicht, wie sich die nähere Zukunft gestalten könnte: Google Epic. Wer das noch nicht kennt, sollte sich das Video mal anschauen. Manches von dem, was heute Realität ist, haben die Produzenten nicht vorhergesehen, aber dass Google das Internet maßgeblich beeinflussen wird, das schon.

Bei dieser Fülle an Produkten, die Google bereits jetzt für das Internet anbietet, haben doch die wenigsten Unternehmer noch den Überblick. Selbst SEOs fällt es mitunter schwer und die beschäftigen sich nun mal von Berufs wegen jeden Tag mit Google. Da muss man auch mal der Konkurrenz ganz großes Versagen vorhalten. Neben Google kriegt im deutschen Suchmaschinenmarkt kein anderer Anbieter ein Bein auf den Boden. Und das ist halt nicht nur in Deutschland so. Yahoo und Microsoft, die zusammen die Suchmaschine Bing betreiben, haben schon Mühe in den USA nennenswerte Marktanteile zu behaupten – und das nur im Suchmaschinenbereich. Von den anderen Produkten und Konzepten, die Google mit großer Innovationskraft verfolgt, ist auch Microsoft meilenweit entfernt.

Das können und sollten sich die SEOs zu Nutze machen.

Neben der Optimierung von Webseiten für ein besseres Ranking bietet Google dank seiner Produkte und Dienstleistungen viele Optionen, mit denen sich ebenfalls Geld verdienen lässt. Am offensichtlichsten ist das im Bereich AdWords der Fall. Viele Unternehmen haben die Betreuung ihrer AdWords-Kampagnen an Agenturen und Suchmaschinenoptimierer übergeben. So ähnlich könnte es mit Google Currents für die schreibende Zunft funktionieren – nur mal als Beispiel.

Die Innovationskraft von Google wird auch weiterhin stark bleiben. Dadurch wird es neben den Rankings immer wieder Dienste geben, die betreut oder vermarktet werden müssen und das möglichst von Leuten, die wissen was sie tun und welche Auswirkungen das auf die Rankings in den Suchmaschinen haben kann. Das heißt künftig wird die Beziehung zwischen Google und SEO noch enger, noch intensiver und mit Sicherheit alles andere als leblos.

Marko Engelberth 90 posts

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5 Kommentare

  • [...] die Qualität des Contents zählt. In diese Richtung gehen auch die letzten Updates Panda und Penguin. Vielfach wird davon gesprochen, dass manche Seiten abgestraft wurden und zwar vor allem solche die [...]

  • [...] eher ein dummes Gesicht. Links, die nur aus einem Satzzeichen bestanden haben, sind spätestens seit dem Penguin-Update nichts mehr wert. Und das ist auch gut so. Sicherlich kann es mal zu einem Fehler kommen, dass man [...]

  • [...] Änderung ca. 0,6 % der englischen Websites beträfe und nichts mit den bekannten Updates Panda und Penguin zu tun hätte. Das bedeutet im Klartext, dass es sich nicht um eine “Bestrafung” [...]

  • [...] sich, wie kürzlich bei der Änderung zu den Keyword Domains oder mit den vielbeachteten Panda, Penguin und Freshness Updates, verschiebt sich die Priorität Googles immer mehr in Richtung der Websites [...]

  • [...] feiern. Diesen Zustand haben wir für später eingeplant, allerdings nicht mit SEO, denn das ist ja bekanntermaßen tot [...]

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