Alternative Suchmaschinen

Mit über 95 Prozent Marktanteil ist Google in Deutschland der Platzhirsch unter den Suchmaschinen. Global betrachtet sieht es nicht ganz so monopolistisch aus. In den USA verfügt Google „nur“ über einen Marktanteil von etwa 65 Prozent. In China und in Südamerika ist der Marktanteil derzeit noch etwas geringer. Dennoch, wenn man sich diese Zahlen näher anschaut, darf man der Konkurrenz von Google getrost Versagen vorwerfen. Aber wer ist das eigentlich, die Konkurrenz von Google? Es ist ja nicht so, dass es keine anderen Suchmaschinen gibt.

An erster Stelle steht mit Sicherheit Bing. Bing ist die Suchmaschine von Microsoft, die nun schon seit mehreren Jahren in Zusammenarbeit mit Yahoo und inzwischen auch Facebook versucht, Google den Suchmaschinenmarkt streitig zu machen. Mehr als einen Versuch kann man das bislang aber wirklich noch nicht nennen. Bei der Markteinführung von Bing im Juni 2009 lag der Marktanteil von Google bei etwa 85 Prozent – in Deutschland wohlgemerkt. Nun, drei Jahre später, ist er nochmal um etwa 10 Prozent gestiegen.

Wenn schon nicht in der Breite, so gibt es einige Alternativen in der Tiefe beziehungsweise in der Nische.

Die sogenannten vertikalen Suchmaschinen haben in letzter Zeit Marktanteile gewonnen. Vertikale Suchmaschinen konzentrieren sich im Gegensatz zu Google nur auf einen Bereich oder ein kleines Spektrum dessen, was im Internet veröffentlicht wird. Sie haben sich spezialisiert, zum Beispiel auf Flüge, wie skyscanner.net oder fluege.de.

Diese Suchmaschinen gibt es natürlich auch für andere Bereiche. icerocket.com indexiert vor allem Blogs, Twitter und andere soziale Netzwerke. tineye.com und picsearch.de haben sich auf die Bildersuche spezialisiert. Durch die Spezialisierung sind die Suchergebnisse qualitativ besser als die von Google oder auch Bing, zumindest sollten sie es sein. Die speziellen Suchmaschinen listen teilweise Dokumente und Quellen, die den Großen der Branche entgehen, weil diese Webseiten nur bis zu einer gewissen Tiefe crawlen. Ende April hat thenextweb.com einen Artikel veröffentlicht, in dem 30 (vertikale) Suchmaschinen genannt werden, die sich alle auf einen kleinen Bereich des Internets spezialisiert haben.

Andere Suchmaschinen wiederum Punkten im Bereich des Datenschutzes.

Das ist der Bereich, in dem Google am anfälligsten sein dürfte. Google und einige andere große Internetkonzerne wie zum Beispiel Amazon und Facebook stehen in der Kritik, wenn es um den Datenschutz geht. Niemand weiß genau, welche Daten erhoben werden (vermutlich alle, die sich technisch erheben lassen) und was mit diesen Daten geschieht, also wie sie verarbeitet werden. Erst Ende April hat Google mit der Ankündigung, alle Userdaten der verschiedenen Dienste miteinander zu verknüpfen, wieder für einen Aufschrei unter Datenschützern gesorgt. Fest steht, dass die Daten US-amerikanischem Datenschutzrecht unterliegen und das ist bei Weitem nicht so verbraucherfreundlich wie die europäischen Gesetze.

Davon profitieren will zum Beispiel die niederländische Suchmaschine ixquick.com. Sie versteht sich selbst als diskrete Suchmaschine, was auch schon das https-Protokoll beim Seitenaufruf unterstreicht. Hier werden weder Profile angelegt, noch persönliche Daten gespeichert. Laut den Erläuterungen zum Datenschutz “verzeichnen wir nur aggregierte, nicht-persönliche Daten wie Sprache, Kategorie und die Gesamtzahl der Suchen“. Einen ähnlichen Weg beschreitet in den USA das Portal duckduckgo.com.

Es bleibt abzuwarten, inwiefern sich der Marktanteil von Google in Zukunft verschiebt. Jedenfalls gibt es Alternativen und es ist hin und wieder ganz nützlich und erfrischend, die Suchergebnisse von Google mit den SERPs anderer Suchmaschinen zu vergleichen.

Marko Engelberth 90 posts

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2 Kommentare

  • [...] Weitere alternative Suchmaschinen hat Marko Engelberth in einem Überblick zusammengestellt. [...]

  • sascha (1 Jahr ago) Reply

    So jetzt muss ich mich auch mal äußern zum Thema alternative Suchmaschinen. Es mag sein das viele alternativen Suchmaschinen spezielle Nischen durchsuchen oder sehr gut im Thema Datenschutz sind, und die Suchanfragen nicht für Werbezwecke nutzen. Das problem ist nur Google hat ja so eine Vormachtsstellung das man zb wie hier als Webblog nutzer darauf angewiesen ist. Die meisten Besucher kommen einfach über Google und das wird sich nicht so schnell ändern, auch wenn die alternative noch so gut durchdacht ist leider!

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