Trafficquellen für Websites

Schon häufig haben wir betont worum es eigentlich bei der Suchmaschinenoptimierung geht: Quantität und Qualität des Traffics einer Website zu steigern. Die Qualität meint natürlich, dass die Nutzer die hinter dem Traffic stecken, ein (besonderes) Interesse an den Inhalten und Angeboten haben. Die Suchmaschinenoptimierung bedient sich dabei verschiedener Methoden, um die Nutzer von Suchmaschinen, die ihr Interesse durch die Eingabe bestimmter Keywords bekundet haben, auf die jeweilige Website zu lenken. Wie hoch die Qualität des so gewonnen Traffics dann tatsächlich ist, hängt allerdings nicht nur von den Usern, sondern noch viel mehr von den Inhalten der Website ab. Das ist auch der Grund warum Google beispielsweise gerne den Mehrwert betont, den eine Website den Usern bieten soll.

Suchmaschinen bilden allerdings im Endeffekt nur eine von mehreren, möglichen Trafficquellen für Websites. Tendenziell dürfte die Qualität des Traffics, der von Suchmaschinen herrührt, relativ gut sein, da die User sich ja selbst auf der Suche nach etwas befinden und somit beispielsweise eine Kaufabsicht oder zumindest ein Interesse vorhanden ist.

Der tagSeoBlog hat kürzlich insgesamt fünf verschiedene Trafficquellen identifiziert:

  1. Direktaufrufe;
  2. Links von anderen Websites;
  3. (Online) Werbung;
  4. Social Media;
  5. Suchmaschinen.

Auf den fünften Punkt bin ich ja nun schon eingegangen. Allerdings verdienen auch die anderen vier Kanäle durchaus Beachtung.

Direktaufrufe

Eine hohe Anzahl von Direktaufrufen sind sicherlich eine Art Prädikat für eine Website. Wenn User die URL selbst in die Adresszeile des Browsers eingibt, spricht das erstens für eine hohe Markenbekanntheit der Website und zum anderen für eine leicht zu merkende und intuitive (aus dem Marken- oder Produktnamen bestehende) URL. Steigerungen lassen sich hier natürlich nur vorrangig durch klassische Werbe- und Marketingmaßnahmen zur Steigerung der Markenbekanntheit und zur Bekanntmachung der Website erreichen. Der tagSeoBlog nennt als weitere Möglichkeiten zur Steigerung des Traffics aus Direktaufrufen auch Bookmarks und Email-Newsletter.

Allerdings können natürlich nicht nur Links aus Email-Newslettern, sondern auch privat, über Emails oder Messenger geteilte Links am Ende als Direktaufruf registriert werden, solange die Links keine Tracking-Parameter enthalten. Folgt man der Theorie, die ja auch die Suchmaschinen mehr oder weniger vertreten, so sind Links letztlich nichts anderes als Empfehlungen oder Hinweise. Bei solchen Direktaufrufen handelt es sich demnach um Empfehlungen in einem “Dark Social Web” über dessen Existenz und Bedeutung gestritten wird. Ich persönlich tu mich ja schwer mit solchen plakativen Begrifflichkeiten, dennoch wird deutlich, dass Direktaufrufe nicht unbedingt auch solche sein müssen. Mit ein bisschen Vernunft kann man allerdings davon ausgehen, dass nur kurze und leichte Domains direkt eingeben werden. Lange und komplizierte hingegen werden einen anderen Ursprung haben, entweder eben einen privaten Link oder aber Bookmarks.

Links von anderen Websites

Wer die genaue URL einer Website nicht kennt, der kommt über einen Link dorthin. Im Grunde steht bei jeder der hier genannten Trafficquellen am Ende ein Link über den die User auf die Website gelangen. Wie eben erwähnt sollten Links als Empfehlungen gesehen werden, als Verkehrsschilder, die einem den Weg durch das Internet weisen. Deswegen stellen Links auch nach wie vor ein wichtiges Rankingkriterium der Suchmaschinen dar. Aber wenn man Links von Websites als Trafficquelle betrachtet muss man sich von der SEO-Perspektive ein wenig trennen und Links eben als das sehen was sie sind, Empfehlungen. Links als Trafficquelle hängen also davon ab, wie es um die Quantität und Qualität des Traffics der verlinkenden Website bestellt ist. Gelingt es dort verlinkt zu werden, wird man auch etwas von dem Besucherstrom auf die eigene Website leiten können. Auch dafür ist aber wieder der Inhalt der eigenen Website entscheidend, denn nur mit gutem und interessantem Inhalt erhält man freiwillig Links von Websites mit größerer Linkpower. Die SEO-Effekte davon sind erstmal nebensächlich, denn es geht ja nur um den Traffic, dennoch zeigt sich hier auch wie eng die unterschiedlichen Trafficquellen zusammenhängen.

(Online) Werbung

Online geschaltete Werbeanzeigen sind letztlich nichts anderes als gekaufte Links. Werbung bietet den Vorteil relativ schnell Ergebnisse zu erzielen. Bei Diensten wie Adwords lassen sich die Anzeigen auch recht genau auf bestimmte Zielgruppen oder Interessen eingrenzen. So kann man ähnliche Effekte wie bei der Suchmaschinenoptimierung erzielen, allerdings in wesentlich kürzerer Zeit. Außerdem lassen sich mit gezielt geschalteter Werbung unter Umständen Trafficströme erreichen, die gar nicht konkret auf der Suche waren, sondern deren Interesse erst geweckt werden muss. Dafür ist Online-Werbung langfristig gesehen sehr teuer und es stellt sich die Frage ob organische Suchergebnisse mittelfristig nicht vertrauenswürdiger sind als Gekaufte.

Social Media

Die Goldene Internetkuh der letzten Jahre hat zwar ein wenig an Glanz verloren, ist aber eine hervorragende Trafficquelle. Hier kann man sehr viele Links erhalten, die alle für sich genommen allerdings nur eine geringe Linkpower besitzen. Dennoch ist es möglich mit Hilfe der Einbindung von Sharing-Buttons der Sozialen Netzwerke eine größere Verbreitung zu finden. So ist es wohl nie eine schlechte Idee eine Website auch für Social Media zu optimieren. Die Social Media Optimierung (SMO) beschränkt sich jedoch vorrangig auf die eigene Website und der einzige direkte Einfluss den man damit auf die Sozialen Medien als Trafficquelle hat, ist der Inhalt der Website. Wenn man Inhalte kreiert, die für die User interessant, neu und empfehlungswürdig sind, werden einige von ihnen sie auch teilen. Hier kommt es auch ganz deutlich auf die Branche und die Zielgruppe an, denn nicht alle Inhalte – und sind sie noch so gut – eignen sich auch zwingend zum Teilen in sozialen Netzwerken.

Eine aktivere Rolle lässt sich mit dem so genannten Social Media Marketing (SMM) einnehmen, bei dem man als Website Betreiber selber im Social Web aktiv wird und hier Marketing betreibt. Eine eigene Facebook Seite wäre hier beispielsweise eine Möglichkeit um selbst aktiv die Inhalte der eigenen Website zu verbreiten. Dies sollte jedoch nicht auf die leichte Schulter genommen werden, den Social Media Marketing kann teuer sein und auch hier gilt es erst einmal gute und interessante Inhalte zu generieren um die Aktivität auf der Seite hochzuhalten, denn nur so werden Inhalte verbreitet. Das kann unter Umständen sehr aufwendig werden und gerade hierbei sollte man sich wirklich die Frage nach dem Nutzen stellen. Wenn man es jedoch gut umsetzt, kann man nicht nur die Sozialen Netzwerke als hervorragende Trafficquelle nutzen sondern auch die Bindung der Nutzer und Kunden stärken. Insofern handelt es sich dabei nicht nur um eine reine Trafficsteigerung sondern ganz deutlich auch um Marketing und Markenbildung, nur eben nicht in der realen Welt wie unter dem Punkt der Direktaufrufe, sondern eben in der virtuellen Welt des Social Web.

Insgesamt betrachtet lässt sich festellen, dass fast alle der genannten Trafficquellen über Links funktionieren. Und qualitativ hochwertige Links, die auch die Qualität des Traffics erhöhen, sind abhängig von Qualität und Mehrwert der Website. Ebenfalls deutlich geworden ist, wie sehr die einzelnen Trafficquellen zusammenhängen. Die Mechanismen sind eben häufig ähnlich. Trotzdem können es sich nur wenige Leisten alle diese Kanäle in vollem Umfang zur Trafficsteigerung zu nutzen. Daher ist es absolut sinnvoll und notwendig eine Zielgruppenanalyse für die eigene  Website zu erstellen, bevor man solche Maßnahmen ergreift. Nur so lassen sich Kosten und Nutzen optimal abschätzen. Auf jeden Fall sollte man versuchen, wenn schon nicht alle, so aber doch mehrere Trafficquellen zu verknüpfen. Maßnahmen zum Linkaufbau können so zum Beispiel verschiedene Trafficquellen erschließen. Auch wenn man sich auf die wichtigsten zwei oder drei Trafficquellen konzentriert, die Nebeneffekte aus den anderen nimmt man gerne mit.

David Linden 103 posts

Head of Business Development bei Seosweet. Mädchen für Alles. Historiker. Online Marketer. SEO Stratege.

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5 Kommentare

  • [...] beispielsweise um den Firmen oder Markennamen handelt, in diesem Falle stellen EMDs ja quasi einen Direktaufruf über die Suchmaschine dar. Google wäre ganz schlecht beraten, würde es solche Ergebnisse auch [...]

  • Holger (199 Tagen ago) Reply

    wer gute Inhalte veröffentlicht wird sicher immer verlinkt werden z.b. in Foren. Aber auch Social Media sollte man nicht unterschätzen. Wie bereits erwähnt wurde kann man mit einer gut gemachten Fanpage viele Fans generieren z.B. durch Einsatz eines Fangates - also Besucher erhält ein Giveaway wenn er Fan wird. Der virale Effekt kommt dann voll zum tragen und der Traffic steigt

    Auch die Nutzerzahlen von Twitter in Deutschland steigen seit diesem Jahr stark an.

    Nur auf Suma Traffic zu bauen ist ein Fehler

  • [...] bekanntermaßen auch eine hervorragende Trafficquelle. Aber es gibt neben ihnen auch noch weitere Trafficquellen für Websites, die in unserem Beitrag vorgestellt [...]

  • [...] hat Jakob gezeigt, wie sich Currents implementieren lässt und erläutert, wie es als zusätzliche Trafficquelle genutzt werden [...]

  • [...] wenn wir mal die Trafficquellen betrachten, die man so anzapfen kann, dann merkt man am Ende, dass das größte Potential erstens in den [...]

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