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Authorship: Wohin geht die Reise?

Die Autorenbilder in den Suchergebnissen haben im letzten Jahr die SEO-Gemüter erhitzt. Im offiziellen Google Sprech lassen sich Inhalte mit dem Authorship Markup mit dem Google+ Profil des Autors verknüpfen. Gleichzeitig sucht Google aber immer auch nach neuen Möglichkeiten, die Inhalte von Webseiten zu bewerten – also nach neuen Rankingfaktoren. Etwas sehr Naheliegendes, was in der Offline Welt schon seit Jahrtausenden funktioniert, ist die Reputation des Autors.

Von Trust und Authority zum Author Rank

Schon lange hatte Google von Faktoren wie Trust und Authority gesprochen. Das war allzu oft jedoch noch recht unspezifisch. Wie soll das gemessen werden? Wie und auf welcher Skala bewertet man das? Solche und viele weitere Fragen dürften dabei aufgetaucht sein und ich vermute, dass in diesem Zusammenhang auch die Idee des Author Ranks geschaffen wurde. Das löst zwar nicht die Frage danach, wie man das misst, aber zumindest schafft man damit eine Skala auf der die Bewertungskriterien einfließen. Diese kann man dann wiederum zu Rate ziehen, um die Relevanz eines Textes/Dokumentes zu bewerten. Prinzip verstanden. Der Author Rank ist also im Grunde eine Bewertungsskala, oder eher ein Bewertungsindex, für Autoren. Die Bewertung ist dabei natürlich themenspezifisch. Hier ist außerdem zu beachten, dass Author Rank und Authorship zwei unterschiedliche Dinge sind. Was aber hat nun das Authorship Markup damit zu tun?

Wozu dient das Authorship Markup?

Das Markup ist nicht mehr und nicht weniger als eine Verknüpfung von Inhalten mit dem Google+ Profil des Autors. Damit zeigt man Google, wer für diesen Inhalt verantwortlich ist. Das ist dann auch erst einmal alles.

Was bedeutet das für das Authorship Projekt von Google?

Authorship (ohne Markup) ist (oder war) ein Programm von Google, dass dazu dient, die Informationen zur Urheberschaft so verwendbar zu machen, dass sie für den Author Rank nützlich sind. Die Verknüpfung mit dem Google+ Profil erleichtert es, diese Informationen zu sammeln. Das sind einerseits die Dinge, die der Autor selbst über sich im Profil angegeben hat, aber auch Informationen über die Personen in seinen Kreisen, die Häufigkeit bestimmter Interaktionen, die Anzahl der Erwähnungen (und von wem sie kommen), und so weiter und so weiter.  Das alles hilft Google, die Autorität eines Autors herauszufinden.

Wurde das Authorship Projekt eingestellt?

Bereits im Herbst letzten Jahres hat ein Artikel von A.J. Kohn die Runde gemacht. Darin geht A.J. davon aus, dass Google sein Authorship Project eingestellt hat, weil die vorher führenden Köpfe dahinter nicht mehr daran arbeiten würden und es scheinbar auch keinen Ersatz gebe. Einen Kommentar von Google gibt es dazu natürlich nicht, deswegen liegt das alles im Bereich der Spekulation, die zum Nachdenken anregt.

Ein sehr wichtiger Punkt, den A.J. anführt, ist dieser: “Google is unable to use Authorship as a ranking signal if important authors aren’t participating.”

Autoritäten haben normalerweise nicht mehr das dringende Bedürfnis sich selbst über soziale Netzwerke zu promoten, und sie haben es auch nicht nötig. Sie müssen nicht allen mitteilen, welche Texte sie geschrieben haben, denn das finden diejenigen schon von alleine heraus. Zugegeben, das ist jetzt übertrieben, aber sollte Google in seinem Authorship Projekt irgendwann einmal tatsächlich nur auf Google+ gehofft haben und auf die Verknüpfung, dann war das als Ranking Signal mit dem Author Rank von vornherein zum Scheitern verurteilt.

Authorship kommt nicht nur von Google

Tatsächlich wird Google wohl kaum nur auf seine eigenen Daten zurückgegriffen haben, um Websites zu erfassen. Vielmehr ist Google schon länger in der Lage, Autorennamen von Webseiten selbst zu extrahieren. Außerdem crawlen sie bekanntlich das ganze Internet und haben somit Zugriff auf alle Informationen zu einem Autor, auf die dieser in seinen Dokumenten verweist. Ich nenne hier nur mal das Twitterprofil, das ja ebenfalls oft verknüpft ist.

Außerdem geht der neue Weg natürlich noch weiter, worauf A.J. hinweist. Der Rückgriff auf Daten von Freebase, zum Beispiel, gehört dazu. Diesen Weg nennt er “Entity Extraction”, also die automatische Extrahierung von Entitäten aus Dokumenten, um Experten zu identifizieren.

Google+ spielt dabei weiterhin eine Rolle, denn hier tragen sich diejenigen ein, die auch Autoren sind, die man aber vielleicht nicht bei Freebase oder Wikipedia finden kann. Oder, wie A.J. es sagt: “Google+ is the knowledge graph of everyday people.”

Authorship Markup bleibt wichtig

Google verschiebt seinen Fokus, um die Authorship, die Urheberschaft eines Artikels, irgendwann einmal tatsächlich zu einem relevanten Rankingfaktor zu machen. Dass Google+ ein Datensammler oder Personenverivizierer ist, habe ich schon länger gesagt. A.J. nennt es eine Entity Platform.

Und das Markup liefert die Verknüpfung mit externen Inhalten. Ist man wirklich wichtig, braucht man das Markup nicht mehr. Für alle anderen ist es nützlich, vor allem natürlich wegen der gesteigerten Klickraten, und die registriert im Übrigen auch Google …

(Titelbild: © adisa – Fotolia.com) 

David Linden 169 posts

Head of Business Development bei Seosweet. Mädchen für Alles. Historiker. Online Marketer. SEO Stratege.

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9 Kommentare

  • Patrick (9 Monate ago) Reply

    Warum muss ich gerade unentwegt an Überlieferungschance und -zufall denken? Egal, denn dem Beitrag ist wohl erstmal nichts hinzuzufügen. Wenn ich ehrlich bin, habe ich das Markup damals auch nur deshalb gesetzt, weil die Seoweltler einen in den Drusel geredet haben. Im Pinzip sehe ich es ebenso wie A.J: Jemand der sich für meine Inhalte interessiert, wird sie finden. Warum sollte ich darüberhinaus in und auf Netzwerken & Plattformen jene Inhalte bis zum Erbrechen anpreisen. Dadurch werden sie mit nichten auch nicht eher gelesen.

    Was jedoch bleibt ist die Reputation, die für viele wohl eher mit dem Attribut "nervig" ausgestattet wird, als mit "hervorragend, danke für den Hinweis". Wie das also gemessen werden sollte, kann ich mir nicht zusammenreimen ;-)

    Beste Grüße, Patrick.

    Ps.: Mir fehlt hier doch immer wieder eine Checkbox mit der Option im Falle eines neuen Kommentars umgehend und mit allerhöchster Dringlichkeit informiert zu werden.

    • in reply to Patrick #2
      David Linden (9 Monate ago) Reply

      Hi Patrick,
      Meine Vermutung ist ja auch, dass das ganze ein Trick von Google war um Google Plus zu pushen, obwohl sie nicht so richtig zu wissen scheinen, was sie mit Google Plus anfangen sollen.
      Danke für die Checkbox Anregung! Ich guck nächste Woche mal, was wir da schönes machen können.

      Schöne Grüße
      David

      • in reply to David Linden #3
        Patrick (9 Monate ago) Reply

        Das spielt wohl sicherlich auch keine geringe Rolle. Schwelgt man in Erinnerungen, kam Google Plus und kurz darauf wurden die SERPs umgeworfen und die Seowelt rief nach Snippetoptimierung via Autorenprofil und Sternchen. Dann Ebbe, weil Unternehmen kein eigener Autor sein kann. Was folgte war die Ummodelung der Youtube-Zugänge (eine Maßnahme, die ich mehr als dreißt und unsinnig emfpand). Das zeigt dann aber wohl schon recht deutlich, dass man Google Plus irgendwie mit allen Mitteln versucht zu etablieren ohne genau zu wissen, wohin die Reise gehen soll. Vermutlich.

        Vielleicht - und diesen Gedanken finde ich sehr amüsant - ist das eine Google-Against-SEOs-Strategie.

        Schöne Grüße und ein ebenso schönes Wochenende.
        Patrick

        • in reply to Patrick #4
          David Linden (9 Monate ago) Reply

          Wie gesagt ich bezweifle, dass dahinter überhaupt eine Strategie steht...
          Aber ich hab nochmal in meinen Artikeln gewühlt und den gefunden in dem ich das schonmal aufgegriffen hatte, hier ist er: http://www.seosweet.de/blog/2013/04/04/die-zukunft-der-suche/

  • […] persönliche finde, dass die ganze Geschichte mit der Authorship und den Autorenbildern in der Suche, den unklaren Weg Googles ganz gut […]

  • […] des Autors zu einer Standardangelegenheit ohne erwähnenswerten Sondereffekt. Nicht nur, weil Google andere Wege geht um die Urheberschaft zu bestimmen und einen Author Rank zu ermitteln, sondern auch weil es sehr unwahrscheinlich ist, dass Google auf Dauer so viele Bilder in den […]

  • […] Informationen zur Authorship zu sammeln, die dann in einem AuthorRank einfließen könnten, scheinen aber erst einmal gescheitert. Möglicherweise handelte es sich bei der ganzen Geschichte auch eher um ein Manöver, das […]

  • […] durch Geheimdienste. Und wenn wir im Rahmen vom Hummingbird an die kontextbasierte Suche denken, an Entitäten, dann ist das Verstehen und automatische Verarbeiten von Sprache der Schlüssel dazu. Und SEOs sind […]

  • […] Das Google Anti Webspam Team, personifiziert durch Matt Cutts, polarisiert Webseitenbetreiber und Online Marketers schon seit langem. Die Diskussion um deren Methoden ist im letzten Monat in Deutschland besonders groß und hat sogar vereinzelt den Sprung in die Massenmedien geschafft.  Im Rahmen der ganzen Diskussionen um Matt Cutts und sein Team bin ich wieder auf ein Thema aufmerksam geworden, auf dass ich schon vor längerem hingewiesen worden bin. Die Protagonisten sind Matt Cutts auf der einen Seite und ein amerikanischer BlackHat Seo auf der anderen Seite. Wer davon nun der Gute und wer der Böse ist, sei einmal dahingestellt. Das Ganze gibt einen kleinen Einblick in die Möglichkeiten der Google Anti Webspam Leute und deren offenbar zunehmend manuelle Arbeit. Noch viel wichtiger ist aber die Erkenntnis, dass Google tatsächlich Personen als Entitäten identifiziert und speziell behandelt. […]

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