SEO Sunday: Userverhalten

Wie verhalten sich die User auf einer Webseite? Diese Frage stellen sich nicht nur die jeweiligen Webseitenbetreiber, sondern auch die Suchmaschinen. Das Userverhalten gibt den Suchmaschinen am meisten Aufschluss über die Qualität und Relevanz einer Webseite. Daher versuchen sie möglichst viele und genaue Informationen über das Userverhalten zu erlangen. Ein sehr beliebtes Mittel dazu sind Toolbars. Diese ermöglichen es dem Urheber viele Daten zum Verhalten eines Users im Internet zu sammeln, wenn sie denn installiert sind. Daher sind sie auch nicht unumstritten.

Eine andere Möglichkeit bietet sich den Suchmaschinen in ihren eigenen Ergebnislisten, den sogenannten SERPS. Wenn ein User im Rahmen einer Suchanfrage die Suchergebnisse sehr schnell nacheinander anschaut und erst beim fünften oder sechsten länger verweilt, heißt das offenbar, dass ihm die ersten Seiten nicht gefallen haben. Ob er entweder das Thema seiner Suche nicht gefunden hat, von zu viel Werbung verschreckt wurde oder aus einem anderen Grund schnell wieder zur Suchergebnisseite zurückgekommen ist, ist zunächst egal. Wichtig für die Suchmaschine ist die Tatsache, dass der User erst beim sechsten Ergebnis länger verweilt. Wenn es nun mehreren Besuchern so geht, wird die Suchmaschine reagieren und die Zusammenstellung der Suchergebnisseite ändern. Fest steht, dass die Suchmaschinen die Anzahl, sowie die Aufenthaltsdauer auf einer Seite und noch eine Reihe weiterer Faktoren bei der Erstellung der Ergebnisseiten berücksichtigen. Eine Webseite kann inhaltlich also völlig richtig sein – wenn sie die User vergrault, wird sie im Ranking der Suchmaschinen durchgereicht.

Datenanalyse

Als Webseitenbetreiber haben Sie selbst verschiedene Möglichkeiten an Informationen zum Userverhalten zu gelangen. Einerseits können Sie die Logfiles Ihres Servers auswerten. Dort wird ganz genau festgehalten, wann welche Seite aufgerufen wurde, wie lange ein User auf einer Seite war, woher er kam und wohin er weitergezogen ist.

Eine andere Möglichkeit sind Analyse-Tools wie zum Beispiel Google Analytics oder Piwik. Sie bieten einerseits den Vorteil, dass sie die Daten Ihrer User bereits ein wenig aufbereiten und visuell besser darstellen, als das in den Logfiles Ihres Servers der Fall ist. Andererseits liefern sie auch noch weitere Informationen, die in den Logfiles gar nicht enthalten sind, zum Beispiel ob es sich um einen wiederkehrenden Benutzer handelt. Der Unterschied zwischen Piwik und Google-Analytics liegt in der Datenverwaltung. Piwik ist eine Open-Source-Anwendung. Sie installieren sie auf Ihrem Server, wo Sie sich auch anmelden, um die Auswertungen zu betrachten. Google Analytics ist ein Produkt von Google. Es sammelt die Daten im Google-System. Dort müssen Sie sich dann auch einen Account zulegen und sich anmelden, wenn Sie die Statistiken prüfen und auswerten möchten. Neben Ihnen hat somit auch der Internetriese Zugriff auf die Daten Ihrer User und deren Userverhalten. Das ist in Deutschland nicht unumstritten, weshalb die Politik derzeit aus Datenschutzgründen überlegt, Google Analytics zu verbieten.

Unabhängig davon gilt: Wenn viele User länger auf Ihrer Webseite verweilen zeigt das, dass Ihre Seite die richtigen Informationen liefert und auch ansprechend präsentiert. Im Umkehrschluss heißt das aber auch, dass bei Ihnen einiges im Argen liegt, wenn die User Ihrer Seite sehr schnell den Rücken kehren. Achten Sie also darauf, dass die Inhalte Ihrer Webseite nicht nur inhaltlich richtig, sondern auch ansprechend und übersichtlich präsentiert sind. Damit erhöhen Sie die Chancen ganz erheblich, dass der User auch mal wiederkommt.

Seitenaufrufe

Wie weiter oben beschrieben, hat die Zahl der Besucher und der Seitenaufrufe eine nicht zu unterschätzende Bedeutung für das Ranking Ihrer Webseite. Hinzu kommt, dass die Position Ihrer Webseite bei einer Suchmaschine auch für die Positionierung bei anderen Suchmaschinen relevant ist. Die Suchmaschinen arbeiten fast alle mit ähnlichen Algorithmen und tauschen teilweise sogar Daten untereinander aus. Eine Webseite, die von einer Suchmaschine viele Besucher erhält, wird also auch von anderen Suchmaschinen gut bewertet und entsprechende Besucherströme anziehen.

Aktualität und Erweiterung

Für das Ranking Ihrer Webseite spielt auch die Kontinuität eine Rolle. Eine Webseite, die regelmäßig aktualisiert und erweitert wird, erfährt von den Suchmaschinen mehr Beachtung. Das Gleiche gilt insbesondere für den Linkaufbau. Wenn Ihre Webseite regelmäßig neue Backlinks erhält, ist das ein Indikator für die Qualität Ihrer Seite und dafür, dass sie immer zeitgemäße Informationen enthält. Erhält eine Webseite hingegen direkt zu Beginn viele Backlinks aber im weiteren Verlauf keine oder nur noch wenige, deutet das stark auf einen künstlichen Linkaufbau hin.

Marko Engelberth 94 posts

Mitbegründer von Seosweet. Softwaretester, Lektor sowie Online-Redakteur. Und hin und wieder Webentwickler.

5 Kommentare

  • [...] sie darauf, dass die Themen und Artikel auf Ihren Seiten auch wirklich themenbezogen sind. Das freut die User und stärkt Ihre Autorität und das Vertrauen bei den [...]

  • [...] Verbreitung von Smartphones und Apps antworten viele häufig sofort auf E-Mails. Weil sie selbst ständig erreichbar sind, verlieren die User auch sehr viel schneller die Geduld, wenn Antworten auf Anfragen etwas [...]

  • [...] braucht man dann auch keinen Redakteur, der diese Seite nochmal näher überprüft. Wozu auch? Die User haben doch schon entschieden indem sie die Seite immer wieder fluchtartig verlassen haben, also weg damit aus den [...]

  • [...] Im ersten Teil der Serie zur Optimierung von Webshops habe ich über die technische Seite geschrieben. Teil zwei handelt von der Produktseite. Im dritten Teil geht es nun um das Userverhalten. [...]

  • Website Analyse (5 Jahren ago) Reply

    [...] Zahlen über die User und Daten zum Userverhalten kann man natürlich nur erhalten, wenn man die Website selbst betreibt oder wenn man im Auftrag [...]

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