Linknetzwerke erkennen

Linknetzwerke sind ein häufig eingesetztes Werkzeug der Suchmaschinenoptimierung. Doch ihr Einsatz ist riskant, denn Sie lassen sich in der Regel leicht aufspüren. Wie, erklärt der folgende Beitrag.

Eines der gelegentlich recht kontrovers diskutierten Themen der Suchmaschinenoptimierung betrifft das Hosting der Websites. Damit stellt sich die Frage, ob es nun relevant ist möglichst viele IP´s bzw. Class-C Netze für das persönliche Linknetzwerk zu verwenden, oder nicht. Wie so häufig besteht die Antwort in einem klaren „Jein“. Vorab sei gesagt, dass es bei der Bewirtschaftung von Domains sowohl Faktoren gibt, auf die wir keinen Einfluss haben, als auch solche, die wir sehr wohl beeinflussen können.

Zu den nicht beeinflussbaren Faktoren zählt beispielsweise das Domainalter, welches einer Website eine gewisse Vertrauenswürdigkeit verleiht. Zu den beeinflussbaren Faktoren zählen die Registrare der Domains, die Domaininhaber und natürlich die IP-Adresse.

Pro und Contra der IP-Theorie

Verfechter der „IP´s sind ein knappes Gut und daher nicht vernünftig als SEO-Faktor einzubeziehen“ – Theorie führen vor allem ein wichtiges Argument an: Hoste ich meine Website bei einem Großprovider, teile ich meine IP ohnehin mit 1000 oder 5000 anderen Websites. Die Entkräftung dieser Argumentation erfordert ein wenig mehr Kreativität, denn sie stützt sich viel eher auf Indizien als auf Fakten.

Indizien für ein Linknetz

Indiz 1 – Wahrscheinlichkeiten

Nehmen wir an, unsere Website liegt bei einem Großprovider mit 1000 anderen völlig zufälligen Internetseiten. Wie hoch ist dann die Wahrscheinlichkeit, dass auch nur zwei dieser Sites aufeinander verlinken? Richtig: Sie geht gegen null. Bei einigen Milliarden Websites, die als potentielles Linkziel infrage kommen, ist es extrem unwahrscheinlich, dass zwei Seiten eines Servers aufeinander verweisen. Dies hat schon für zwei Websites seine Gültigkeit. Die Wahrscheinlichkeit sinkt noch weiter, wenn man bedenkt, dass bei einem schön aufgebauten Linknetz nicht nur eine Seite Referenzen auf eine andere hat, sondern dies gleich vielfach der Fall ist.

Auf die gleiche Wahrscheinlichkeit stützt sich auch der folgende Umstand: Gemäß obiger Behauptung ist es ebenso unwahrscheinlich, dass zwei unterschiedliche Seiten, die auf einer IP-Adresse liegen, auf die gleiche Domain außerhalb dieser IP verweisen. Es sei denn es handelt sich bei dieser Zieldomain ohnehin um einen Hub, der bereits viele Links aggregiert.

Indiz 2 – Menschliche Schwächen

Menschen sind faul und Kunden geizig. Dies führt dazu, dass beim Aufbau von Linkdomains häufig die immer gleichen Templates zum Einsatz kommen, das immer gleiche Impressum verwendet wird, oder die immer gleiche Grafik als Impressum dient (übrigens keine gute Idee, denn Google ist mittlerweile sehr gut darin, Bilder zu erkennen). Diese Faktoren dürften die Erkennung einer „spammigen“ Seite deutlich beschleunigen. Dies gilt übrigens auch dann, wenn man sich auf Standardsysteme wie WordPress stützt, die in der Regel die gleichen Standard-Templates verwenden. Der Template-Faktor lässt sich also relativ leicht „kleinrechnen“.

Indiz 3 – Textlastigkeit

Zu SEO-Zwecken angelegte Domains sowie zu SEO-Zwecken angelegte Seiten innerhalb von Domains enthalten viel Text. In der Regel mehr als die Durchschnittsseite. Darüber hinaus verfügen Sie über ein ungewöhnlich ausgewogenes Keyword-Verhältnis und eine überdurchschnittliche interne Verlinkung.

Indiz 4 – Gleicher Domaininhaber

Fällt eigentlich auch in die Kategorie der menschlichen Schwächen, lässt sich aber aus rechtlichen Gründen kaum vermeiden. Die Daten des Domaininhabers lassen sich einfach und zuverlässig abfragen. Dies betrifft auch die Daten des Inhabers einer IP-Adresse. Also Vorsicht bei der Registrierung eigener Subnetze.

Die Liste lässt sich bestimmt noch weiter fortsetzen. Aber immerhin ist heute Sonntag und für meinen derzeitigen Motivationsstatus, war das schon recht lang. :-)

Jakob Holterhöfer 51 posts

Jakob hat Seosweet gegründet und zeichnet sich verantwortlich für die Softwareentwicklung.

6 Kommentare

  • Eva Ihnenfeldt (5 Jahren ago) Reply

    Ich bin ja kein Techniker, sondern eine Marketing-Dozentin, Beraterin, Online-Magazin Herausgeberin. Und ich muss zugeben, dass ich erleichtert bin, dass diese ganzen SEO-Tricks nach und nach nicht mehr funktionieren. Was wir brauchen, ist "virtuelles Fascility-Management" - DAS ist nachhaltige SEO! Ich selbst habe einen hervorragenden Experten für diese Wartungsaufgaben, und unser Traffic und die Interaktionsrate hat sich seitdem um 30% gesteigert - hier sind Wissen, Programmierkunst, Seriosität und Kreativität gefragt - natürlich kostet das dann auch - aber es lohnt sich!!!

  • linknetzwerk (5 Jahren ago) Reply

    :-)

  • Bella (5 Jahren ago) Reply

    das sind aber alles Indizien, die man umgehen kann.

    Obwohl, es soll ja schon Leute gegeben haben, die ein Linknetzwerk aufgebaut haben und überall Analytics oder Adsense vom gleichen Konto eingebaut haben :-)

    Gier ist glaube ich das größte Problem.
    Schönes Wochenende noch

  • Paul Wuerfel (5 Jahren ago) Reply

    So ein Mist, jetzt werden Linknetzwerke erkannt, Spamseiten deindexiert und SEO ist überhaupt tot.

    Da frag ich mich doch warum ich genug Linknetzwerke kenne die super funktionieren und mit denen auch nach wie vor Geld verdient wird. Und das obwohl sie teilweise jedes der "Indizien" erfüllen. Ob Google da wohl nur Nebelgranaten verballert?

  • VIELCOM (5 Jahren ago) Reply

    Wie so häufig besteht die Antwort in einem klaren “Jein”.

    Ja besser haette man das nicht ausdruecken koennen....

  • Ulf (5 Jahren ago) Reply

    Ich denke das aktuell ein kleines Linknetzwerk ein wenig Linkpower bringen kann. Das Allheilmittel jedoch wird es nicht mehr sein. Vor geraumer Zeit hatte ich auch schon mit dem Gedanken gespielt mir ein solches Netzwerk aufzubauen. Zum Glück hatte ich bis zu den letzten gravierenden Google Update s noch nichts derartiges angefangen.

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