SEO-Grundlagen: Die Redaktion

Mit regelmäßigen Veröffentlichungen kann das Ranking bei den Suchmaschinen verbessert werden. So veröffentlicht man nicht nur immer wieder aktuelle und (hoffentlich) relevante Inhalte auf seiner Webseite, sondern vermittelt Usern und Suchmaschinen zudem den Eindruck von Kompetenz. Dass das bei Usern unerlässlich ist steht außer Frage, da sie sonst nicht wiederkommen. Aber auch bei den Suchmaschinen haben eine hohe Authority und ein hoher Trust Vorteile. Neben einer besseren Ausgangsposition bei der Bewertung der Inhalte einer Seite kommen die Crawler auch häufiger zu Besuch, wenn sie erwarten können auf der Website neue Inhalte zu finden.

Regelmäßige Veröffentlichungen bringen eine Menge Arbeit mit sich

Zuerst müssen die Themen festgelegt und – bei mehreren Autoren – den jeweiligen Autoren zugeordnet werden. Dabei darf man in der Redaktion nicht den Überblick verlieren, sonst kann es sehr leicht passieren, dass man anfängt sich zu wiederholen. Wenn so etwas ausnahmsweise mal vorkommt, ist das ja noch tolerierbar. Wenn man aber Woche für Woche die gleichen zwei bis fünf Artikel als „neu“ verkauft, fällt das sehr schnell auf. Einerseits werden die Leser abspringen, andererseits verliert eine Webseite, die sich so verhält, schnell jegliches Vertrauen seitens der Suchmaschinen.

Es gibt aber auch Themen, die so umfangreich sind, dass es sinnvoller ist, sie als Artikelserie nach und nach zu veröffentlichen und nicht als ellenlange Abhandlung. Das hat eigentlich nur einen Grund: das Leseverhalten im Internet. So gut wie niemand liest im Internet einen (über)langen Artikel zu Ende. Das hat gleich mehrere Ursachen. Das User-Verhalten im Netz ist ungeduldiger, schneller. Kaum jemand möchte scrollen und scrollen und weiterscrollen. Ein anderer Punkt sind „Textwüsten“, die sich endlos vor dem Auge ausbreiten und den User zum Absprung reizen. Hinzu kommen im Text Verweise und Links zu anderen Artikeln und Portalen mit weiteren Informationen, denen die User folgen, ohne den ursprünglichen Artikel zu Ende zu lesen.

Es gibt Autoren, die wegen dem letztgenannten Grund mit Links zu anderen Portalen und den Artikeln anderer Autoren geizen. Das ist in meinen Augen kontraproduktiv und dem Medium nicht angemessen. Das Internet lebt davon, dass Informationen miteinander vernetzt werden. Wo liegt der Sinn, einen anderen themenrelevanten Beitrag nicht zu verlinken? Die User erwarten eigentlich, dass ein Artikel Links und Verweise zu verwandten und interessanten Themen beinhaltet. Wer hier geizt, spart an der falschen Stelle. Denn letzten Endes werden andere Autoren und Portale ihrerseits zögern den Knauser zu verlinken.

Aber auch die Themenauswahl stellt einen ab einem gewissen Zeitpunkt vor Probleme

Es ist ein wenig wie die Angst des Literaten vor dem weißen Blatt Papier: „Wie soll ich bloß anfangen?“ Wenn man regelmäßig zu einem Thema bloggt oder anderweitig veröffentlicht, kommt man an den Punkt, an dem einem die Themen knapp werden. Es ist ja nicht jedes Themenfeld so dynamisch wie zum Beispiel die Fußball-Bundesliga, wo es in jeder Woche einen Spieltag gibt, über den man berichten kann. Dennoch, in einer solchen Situation lohnt zunächst ein Blick auf die aktuellen Entwicklungen. Häufig findet man dort bereits genügend Anregungen für neue Artikel.

Falls dem nicht so ist, rücken die bisherigen Veröffentlichungen in den Fokus. Hier bietet sich oft die Möglichkeit, einzelne Punkte in dem ein oder anderen Beitrag noch detaillierter zu behandeln. Oder ein Leser hat mit einem Kommentar ein interessantes Themenfeld angeschnitten, das man selbst noch nicht behandelt hat.

Eine weitere Möglichkeit ist die Überarbeitung alter Artikel. Moment. Etwas weiter oben habe ich doch von so etwas abgeraten. Da ging es aber auch um einen stark eingeschränkten Zeitraum. Niemand wird sich beschweren, wenn man nach ein oder zwei Jahren einen Artikel überarbeitet und aktualisiert. Dazu passt auch, dass die Suchmaschinen älteren Artikeln eine höhere Relevanz zuweisen als neueren, wobei sich das durch das Freshness-Update ein wenig geändert hat. Trotzdem, ein älterer Artikel, der vielleicht sogar ein Linkmagnet ist, wird von den Suchmaschinen auch nach längerer Zeit nicht einfach ausgeblendet, nur weil er alt ist. Es kann aber sein, dass er durch neuere Artikel von seiner ehemaligen Spitzenposition verdrängt wird. In so einem Fall kann eine Überarbeitung beziehungsweise Aktualisierung ihn aber wieder an die Spitze der SERPs bringen. Selbst wenn das nicht gelingt, lohnt sich dennoch die Überarbeitung, wenn der Inhalt hoffnungslos veralteten ist. Schließlich beschreibt man nun wieder die aktuelle Lage und nicht eine Situation, die vor langem einmal aktuell war.

Themenvorlauf beziehungsweise Artikelreserve und Nachbearbeitung nach der Veröffentlichung

Die meisten CMS-Systeme bieten die Möglichkeit, den Zeitpunkt der Veröffentlichung in der Zukunft festzulegen. Das ist ein sehr angenehmes Feature, falls man an dem vorgesehenen Tag nicht kann – sei es wegen Krankheit, eines Termins oder weil man im Urlaub ist. So hat man keine Schwierigkeiten, den redaktionellen Takt einzuhalten. Das schreit natürlich auch nach ein wenig Vorratshaltung. Es ist sehr entspannend, wenn man einen gewissen Vorlauf in der Redaktion hat. Das macht einen flexibler und weniger von der Tagesform abhängig. Allerdings sollte man es nicht übertreiben und die jeweiligen Artikel kurz vor oder kurz nach der Veröffentlichung nochmal überarbeiten. Sonst kann es passieren, dass zeitgleich oder kurz nach einer wichtigen Neuerung ein Artikel veröffentlicht wird, der noch den alten Stand behandelt.

Zur Nachbearbeitung eines Artikels gehört aber nicht nur die abschließende Überprüfung des Inhalts und wie er auf der Webseite aussieht.

Nachdem er nun veröffentlicht ist, muss er auch ein wenig bekannt gemacht werden. Dazu gehört zumindest ein Tweet, dass es nun einen neuen Artikel auf dem Portal gibt, natürlich unter Nennung des Themas und/oder der Überschrift. Es ist auch sinnvoll, ihn in weiteren sozialen Netzwerken zu bewerben, beispielsweise bei Facebook, Google+ und dem ein oder anderen themenrelevanten Artikelverzeichnis.

Marko Engelberth 94 posts

Mitbegründer von Seosweet. Softwaretester, Lektor sowie Online-Redakteur. Und hin und wieder Webentwickler.

2 Kommentare

  • [...] Projektmanagement für die SEO Redaktion hatte Marko bereits angedeutet, dass sich die Nachbearbeitung redaktioneller Artikel durchaus [...]

  • Michael (5 Jahren ago) Reply

    Guter Beitrag! Spricht mir aus der Seele. Ich handhabe das auf meiner Website ähnlich. Den Artikel von Morgen schon Heute vorzubereiten ist nie verkehrt, so ist man auf der sicheren Seite.

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