Veraltete SEO-Techniken – Teil 2

Da der erste Teil unserer kleinen Reihe zu den veralteten SEO-Techniken ganz gut angekommen ist, folgt nun mit Teil 2 der versprochene Nachfolger. Die Einleitung aus Teil 1 könnte ich theoretisch auch hier wieder verwenden, aber das ist ja weder sinnvoll, noch notwendig. Also gleich rein in die Materie:

Verborgener Text (hidden Text)

Es gibt zwei Arten von verborgenen Texten. Die erste ist Text auf der Webseite zu platzieren, der von einem Bild oder einer anderen Grafik überlagert wird. Ähnlich wie beim Cloaking „sieht“ also die Suchmaschine eine andere Seite wie ein menschlicher Betrachter.

So ähnlich verhält es sich auch bei der zweiten Art von hidden Text: Gleiche Farbe für Text und Hintergrund. Wo für das menschliche Auge nichts zu erkennen ist, finden die Suchmaschinen Text. Sie können sich sicherlich vorstellen, dass diese Texte speziell für Suchmaschinen konzipiert wurden. Das oder die Keywords wurden so häufig wiederholt, wie für eine gute Platzierung nötig war. Gibt’s nicht? Doch, das gab es mal und es hat auch sehr gut funktioniert. Inzwischen können die Suchmaschinen aber verborgene Texte erkennen und sind alles andere als erfreut, wenn sie solche Seiten finden.

Links im Footer und Linkwolken

Eine Reihe von Webseiten nutzen den unteren Abschluss einer Seite – den sogenannten Footer – für die interne Verlinkung und für Links zu Partnern oder anderen Internetseiten. Diese Linkblöcke enthalten teilweise mehr als 50 Links. Da die Suchmaschinen mittlerweile sehr gut in der Lage sind, die Aufteilung einer Webseite zu erkennen (Header, Menü, Werbung, Content, Footer, Linkblöcke) sind Links im Footer keine geeignete Möglichkeit mehr, das Suchmaschinenranking zu verbessern. Dennoch werden sie auf vielen Seiten nach wie vor eingesetzt. Das hat nur einen Grund, aber der ist auch einer der besten: Viele User mögen solche Footer. Sie erleichtern und verbessern die Usability einer Webseite und bilden häufig so etwas wie ein zweites Menü (wenn man sie denn richtig umsetzt).

Mit den Linkwolken verhält es sich ähnlich. Es gibt wohl gerade im Bereich SEO-Dienstleistungen kaum eine Webseite, die ohne eine oder mehrere dieser Wolken auskommt. Wir bilden da keine Ausnahme. Die Links in diesen Wolken werden von den Suchmaschinen ebenfalls nicht mehr beachtet, aber für die User haben sie gleich mehrere nette Eigenschaften. Einerseits runden sie das Design ab. Sie sind also ein Lückenbüßer. Andererseits zeigen sie dem Besucher einer Webseite, was er alles auf der Seite finden kann und womit sich die Seite vorrangig beschäftigt oder beschäftigen will. Außerdem ermöglichen Sie einen sofortigen Quereinstieg in die Webseite, losgelöst vom Menü oder von der Sitemap. Das alles gibt es auf einen Blick ohne eine mehr oder weniger langatmige Erklärung in Textform.

Satzzeichen verlinken

Punkt, Punkt, Komma, Strich, fertig ist das Mondgesicht. Wenn dort aber noch vier Links eingearbeitet wurden, war es wohl eher ein dummes Gesicht. Links, die nur aus einem Satzzeichen bestanden haben, sind spätestens seit dem Penguin-Update nichts mehr wert. Und das ist auch gut so. Sicherlich kann es mal zu einem Fehler kommen, zum Beispiel wenn man einen Link nicht komplett löscht, einen anderen einbaut und der vorherige Link hängt noch an einem Punkt oder einem Komma. Mit dem Auge ist das nicht zu erkennen, außer man schaut sich den Quelltext einer Seite an. Warum jemand so verzweifelt ist, dass er Links an Satzzeichen hängt, hat mir noch nie eingeleuchtet, aber vielleicht ist mir da auch etwas ganz Fundamentales entgangen.

Aufzählungen am Ende einer Seite

Neben den Footerlinks wurden am Ende einer Seite auch gerne Aufzählungen eingebaut. Das waren teilweise Städtenamen, Postleitzahlen, Berufe, Keywords und so weiter. Überschrieben wurden sie dann zum Beispiel mit „relevante Begriffe“ oder etwas in der Art. Diese Aufzählungen wurden von den meisten Usern kaum beachtet. Bei den Suchmaschinen war es eine Zeit lang anders. Im Zusammenspiel mit dem eigentlichen Content einer Seite konnte damit bei den Suchmaschinen ein positiver Effekt erzielt werden. Das ist aber nun auch schon etwas länger her. Wie bereits gesagt, sind die Suchmaschinen inzwischen ganz gut darin, die Struktur einer Webseite zu erfassen. Damit haben so ziemlich alle „Maßnahmen“, die man speziell im Footer einer Seite ergreifen konnte, keine positiven Auswirkungen mehr auf das Ranking.

Wer jetzt noch nicht genug vom Thema veraltete SEO-Techniken hat, dem empfehle ich Gretus Artikel bei seo-united.de. Er hat Anfang des Monats auch über veraltete SEO-Techniken geschrieben.

Marko Engelberth 94 posts

Mitbegründer von Seosweet. Softwaretester, Lektor sowie Online-Redakteur. Und hin und wieder Webentwickler.

3 Kommentare

  • [...] die Überschrift schon sagt, handelt es sich um den zweiten Teil unserer Reihe zu den veralteten SEO-Techniken. In diesem Teil geht es um so faszinierende Maßnahmen wie zum Beispiel die Verlinkung von [...]

  • Matthias SÜß (5 Jahren ago) Reply

    Es stimmt sichtlich NICHT, dass Links aus dem Footer (gerade interne Links) und Links aus einer Tag Cloud nicht mehr beachtet werden. Sinnvoll eingesetzt runden diese das Bild von natürlichen Linkbuilding ab.

    Aus eigener Erfahrung: Läuft und wirkt.

  • admin (5 Jahren ago) Reply

    @Matthias
    Das wird im wesentlichen davon abhängen, ob es sich bei den Linkhäufungen um Wiederkehrende Elemente handelt oder ob diese einmalig sind. Vereinfacht gesagt definiert sich die Wertigkeit eines Links durch die Anzahl der ausgehenden Links auf der verlinkenden Seite. Auf diese Weise neutralisieren die beschriebenen Elemente sich selbst. Insofern ist Markos aussage nicht ganz Exakt. Pauschal zu sagen, dass wir jetzt alle wieder tolle Footer mit Links vollstopfen sollen, ist aber auch nicht der richtige Ansatzpunkt.

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