Google Suggest und die Reputation…

Über Seo-United wurde ich kürzlich auf eine kleine Studie zum Thema Reputation und Suchvorschläge aufmerksam, die mich etwas aufhorchen ließ.

Negative, personenbezogene Vorschläge bleiben demnach besser im Gedächtnis. Na, wer hätte das gedacht? Natürlich ist dem so, in diesem Lande wird ja auch die Bild-Zeitung gelesen und regelmäßig mehr oder minder erfolglos verklagt. Allerdings halte ich einen Suchvorschlag nicht unbedingt für reputationsschädlich. Der Vorschlag an sich enthält nun einmal keine Wertung und durch das Anklicken wird man eben nicht in die Irre geleitet. In diesem Zusammenhang sollte mal in aller Deutlichkeit gesagt werden, dass Reputation auch und insbesondere von der beurteilenden Person abhängt. Und was haben uns unsere Eltern beigebracht? Richtig: hör nicht auf die Anderen.

Ich will hier nicht unbedingt in philosophisch-soziologische Monologe abgleiten, aber man sollte sich schon sehr genau darüber im Klaren sein, was es über eine Person aussagt, wenn sie zu sehr darauf achtet, was andere über sie schreiben oder was Google so vorschlägt.

Wie funktionieren die Suchvorschläge von Google Suggest?

Eigentlich ist alles ganz einfach: Für die Vorschläge von Google gibt es mehrere Möglichkeiten, wie diese sich zusammensetzen:

  • eigene Suchvorgänge
  • Suchvorgänge von anderen
  • Context der Suche

Der erste Teil kann recht interessante Blüten tragen. Denn allein die eigenen Suchvorgänge könnten in der Theorie dazu führen, dass anzügliche Begriffe gehäuft mit Fraunenamen kombiniert werden. Allein deshalb, weil man möglicherweise häufiger Nacktbilder von Prominenten gegoogelt hat.

Die Suchvorgänge der anderen User haben in diesem Zusammenhang eine etwas höhere Gewichtung. Hier macht´s einfach die Masse. Wenn plötzlich viele Leute eine bestimmte Suchwortkombination bevorzugen, ist es naheliegend diese auch anderen vorzuschlagen. Dummerweise befeuert sich das System auf diese Weise selbst. Je mehr Menschen den Vorschlag hilfreich fanden und ihn anklicken oder mit der Enter-Taste bestätigen, desto wahrscheinlicher ist, dass er auch anderen Usern vorgeschlagen wird. Genau dies ist bei Bettina Wulff passiert.

Was in solchen Fällen häufig vernachlässigt wird ist der Umstand, dass sich dieses System von selbst reguliert. Alles was man dafür tun muss ist einfach: nichts. Selbst das hartnäckigste Gerücht wird irgendwann von selbst zum Ladenhüter. Kein Grund zu Sorge also.

Die dritte Möglichkeit der Vorschläge betrifft den Kontext der Suche. Hier spielen potentiell tausende Faktoren eine Rolle. Einer sind sicherlich eigene Suchvorgänge. Ein anderer ist beispielsweise die Tageszeit. Es wäre jedenfalls naheliegend, dass „Frauen Brüste“ Abends häufiger gesucht wird als „Frauen Power“. So einfach ist das, alles kein Hexenwerk. Google stellt das Thema ähnlich dar. Wer an dem üblichen bla bla interessiert ist, kann das hier nachlesen.

Jakob Zogalla 51 posts

Jakob hat Seosweet gegründet und zeichnet sich verantwortlich für die Softwareentwicklung.

2 Kommentare

  • [...] der Erkennung von duplicate content. Im Zweiten ärgerte ich mich ein wenig über das aufgebauschte Reputationsgehabe wegen der Suchvorschläge. Das Thema wurde zwischenzeitlich derart breitgetreten, dass mittlerweile vermutlich jeder [...]

  • [...] Namens auftauchen hatte die Expräsidenten-Gattin nämlich geklagt, da sie rufschädigend seien. In Jakobs Beitrag geht es allerdings nur am Rande um solche Probleme die unter Umständen aus den Vorschlägen [...]

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