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SEO in der Content-Welt

Die Online-Marketing-Welt entwickelt sich scheinbar konträr zur richtigen Welt der überwiegenden Mehrheit melancholischer Menschen. Die Vergangenheit verklärend, wird man nur allzu oft darauf hingewiesen wie früher alles bedeutsamer war, gehaltvoller, nicht so oberflächlich, ja, einfach echt. Im Online Marketing heißt es hingegen oft, dass früher alles irgendwie leerer, weniger bedeutsam war und man mit einfachen (und weniger einfachen) Tricks ohne größere inhaltliche Bedeutung erfolgreich sein konnte. Die Zeiten sind jetzt aber vorbei, denn JETZT zählt nur noch der Inhalt. Von nun an muss jeder ganz viel und ganz tollen Content produzieren und schon ist das Online Marketing erfolgreich.

Im Zuge der Jubelwelle über die „neue“ Bedeutung des Contents und des Content Marketings werden dann teilweise etwas leichtfertig „alte“ Methoden abgeschrieben oder gar verteufelt. Vor allem SEO ist hierbei ein beliebtes Ziel, worauf erst letzte Woche wieder ein Artikel von Peter Meinertzhagen bei econsultancy hingewiesen hat. In diesem Artikel werde ich aber darlegen, dass es wenig Sinn macht SEO und „contentbasiertes“ Marketing gegenüber zu stellen oder gegeneinander auszuspielen.

Wieso SEO versus Content Unsinn ist

Die Idee, jetzt da Inhalte wichtig sind, SEO für obsolet zu erklären, kommt von dem oft negativen Bild der Suchmaschinenoptimierung. Dieses Image einer von Tricksern dominierten Branche, die mit zweifelhaften Methoden versuchen den Algorithmus der Suchmaschinen zu umgehen, die vor allem Black-Hat-SEO betreiben, kommt nicht von ungefähr. Viele Jahre lang nutzten SEOs mal sehr kreativ, mal weniger kreativ, die Schwächen der Suchmaschinen, um die Seite ihrer Wahl in den Ergebnissen nach oben zu drücken. Dabei wurden bisweilen auch wirklich zweifelhafte Methoden angewandt und welche, die zwar nicht gerade elegant, aber überaus wirksam waren. Der krampfhafte Versuch in allen Bereichen massenhaft an Links zu kommen, hat die Suchmaschinenoptimierung nachhaltig stigmatisiert.  Diese eher negativen Erfahrungen bestimmen auch heute noch die Sicht auf SEO und führen zu Abgesängen auf eine ganze Branche. Dabei verkennen sie aber oft was die Suchmaschinenoptimierung eigentlich ausmacht.

Was SEO ist:

SEO ist doch gar nicht dieses Austricksen der Suchmaschinen. Vielmehr ist die Suchmaschinenoptimierung dazu da, den Content für Suchmaschinen zugänglich und damit für die User auffindbar zu machen. In diesem Zusammenhang kann man sehr gut auf die Antwort von Slawski zu einem sehr SEO-kritischen Artikel des Smahing Magazines hinweisen. In einem Kommentar dazu, der später in einen eigenen Antwortbeitrag im selben Magazin umgewandelt wurde, schreibt Slawski:  „A SEO adds value to what you create by making sure that it is presented within the framework of the Web in a way which makes it more likely that it will reach the people that you want it seen by, when they are looking for it.“

Das ist eine sehr treffende Beschreibung. Es gibt nun mal Rahmenbedingungen, in denen man seine Inhalte bereitstellen muss, damit sie von Suchmaschinen verarbeitet werden können. SEOs helfen dabei, die optimalen Bedingungen zu schaffen. Außerdem reicht guter Inhalt alleine häufig eben doch nicht aus, damit er dann auch gefunden wird. Man muss die Inhalte mit den Leuten zusammenbringen, die danach suchen. Die Keywordanalyse und viele weitere SEO-Methoden dienen dazu, die Inhalte auf die Bedürfnisse der User abzustimmen.

Die vier Bereiche der Suchmaschinenoptimierung

In diesem Sinne beherbergt die Suchmaschinenoptimierung also vier Bereiche, die nicht klar voneinander zu trennen sind, weil sie alle miteinander zusammenhängen:

  1. Content
  2. Technik
  3. User
  4. Offsite-Optimierung / Links

Die ersten drei Bereiche habe ich schon angeschnitten. Die Perspektive der SEO ist sowohl auf Technik wie auch auf Content ausgerichtet. Aber es wird eben nicht nur für Suchmaschinen optimiert, sondern vor allem für die User, die die Suchmaschinen benutzen. Zielgruppen- und Keywordanalyse gehören hier dazu. Das Vorurteil, dass an den Usern vorbei optimiert werde, ist schon lange nicht mehr generell haltbar.

Beim vierten Punkt tat ich mich hingegen etwas schwerer. Natürlich wird auch weiterhin auf die Belange der Suchmaschine geachtet. Viele Aktivitäten auf Google+ würde es sonst wohl kaum geben. Vor allem aber gibt es eben auch den Bereich des Linkaufbaus und der Offsite-Optimierung, auf den man gerade bei neuen Projekten einfach nicht verzichten kann.

SEO als Teil des Marketingmixes

Die vier genannten Punkte sind selbstverständlich noch erweiterbar. Sie sind außerdem nicht nur eng miteinander verknüpft, sondern auch mit anderen Marketingbereichen. Ich nenne hier nur einmal Social Media, das ja mittlerweile doch auch einen größeren Einfluss auf die Suchmaschinenoptimierung hat. Es macht einfach keinen Sinn, SEO isoliert von allem anderen zu betrachten; der Trend zum Inbound Marketing bestätigt das. Die Suchmaschinenoptimierung fügt sich ein in die Gesamtstrategie einer Marke, einer Firma, einer Website und steht gleichberechtigt neben anderen Bereichen. Nur guter Content alleine bringt es eben nicht und wird es auch in Zukunft nicht bringen. Die richtige Platzierung am Markt ist relevant und da ist die Suchmaschinenoptimierung stark, denn sie hilft die User, die etwas Bestimmtes suchen, mit den Anbietern, die das bieten können, zusammenzubringen. Und solange Suchmaschinen benutzt werden, solange ist SEO ein wirksames Instrument und die Kenntnis über die Entwicklungen der Suchmaschinen eine wichtige Ressource. Guter Content war dabei schon immer die Basis. Das Endprodukt aber ist (user-)relevanter Content.

(Titelbild: © peshkova – Fotolia.com)

David Linden 178 posts

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