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SEOcruise Recap: 250 SEOs auf Klassenfahrt

Die Woche geht zu Ende und bei uns gab es noch keinen Blogbeitrag. Das ist ungewöhnlich, hat aber einen Grund: die SEOcruise. Das war die erste SEO bzw. Online-Marketing-Konferenz auf hoher See, auf einem Kreuzfahrtschiff von Kiel nach Oslo und zurück. Die dauerte von Montag bis Mittwoch und ich hatte das große Glück, daran teilnehmen zu dürfen. Aber der Reihe nach:

Was war die SEOcruise?

Wie gesagt war die SEOcruise dem Namen nach eine SEO-Konferenz auf einem Kreuzfahrtschiff (der Color Line Magic), mit kurzem Ausflug nach Oslo. Aber sie war deutlich mehr als das und das war vom Veranstalter, der hannoveranischen Agentur Ayudo auch so vorgesehen. Der Untertitel lautete schließlich “Meer Marketing”, ein diskussionswürdiger Slogan wie ich finde, der aber dennoch das Gesamtbild der Vorträge sehr gut wiedergibt. Denn es war keine reine SEO-Konferenz, vielmehr wurde ein Großteil der Online-Marketing-Palette abgedeckt – mit Social Media,  E-Commerce, dem unumgänglichen Content Marketing und sogar mehreren Vorträgen zu eher psychologischen und soziologischen Faktoren im Online Marketing, sowohl auf Seite der Marketer, als auch bezogen auf die Konsumenten.

Ablauf der SEOcruise

Die Konferenz begann mit ein wenig Verzögerung nach dem Boarding am Montag Vormittag noch im Kieler Hafen. Mittags setzte sich das Schiff in Bewegung und wir konnten zumindest aus den kleinen Seminarräumen den Meerblick genießen. Die Pausen zwischen den Vorträgen waren von der Zeit angemessen, sodass sich auch hier schon einige interessante Gespräche ergeben konnten. Die setzten sich natürlich bei dem sehr guten und üppigen Abendbuffet fort. Wie bei SEO-Konferenzen üblich, gab es ein ausgelassenes Abendprogramm mit anschließender kleiner Party, die sich trotz der bei einigen auf die Gemüter schlagenden astronomischen Bierpreise der norwegischen Reederei sehr gut entwickelte.

Auch wenn es spät wurde, wollte offenbar trotzdem kaum einer am nächsten Morgen um 10 Uhr den Landgang und Oslo-Ausflug verpassen. Es dauerte allerdings aufgrund der Menschenmassen der normalen Schiffsgäste und der begrenzten Kapazität des einzigen Ausgangs eine Weile, bis man es auch tatsächlich schaffte einen Fuß auf nicht-EU-Gebiet zu setzen. Es blieben also nur ein wenig mehr als zwei Stunden, um die Stadt kennen zu lernen.

Oslo, Stadt der Elektromobilität

Oslo, Stadt der Elektromobilität

Die Zeit reichte aber zumindest, um einen kleinen Eindruck zu bekommen – zwar kann ich Oslo jetzt noch nicht ganz von meiner Liste der noch zu besuchenden Städte streichen, aber zumindest kann ich schon mal behaupten, da gewesen zu sein.

Wieder an Bord ging es um 14 Uhr auch gleich weiter mit den Vorträgen, bis ungefähr 18:30 Uhr. Und nach der Speakerparty und dem Abendessen folgte die große Abschiedsparty in der beeindruckend großen Show Lounge des Schiffs. Auch an diesem Abend wurde es wieder sehr spät und am nächsten Morgen in Kiel habe ich kaum wirklich wache Gesichter nach zwei spannenden, aber auch anstrengenden Tagen gesehen.

Die Vorträge

Ich werde jetzt hier nicht die einzelnen Vorträge noch einmal Revue passieren lassen, die ich mir angesehen habe. Dass hochkarätige Speaker da sein würden, war von vornherein klar. Und auch die Themen versprachen viel. Dementsprechend war auch die Qualität der Beiträge gut. Angesichts der Tatsache, dass jedoch auch im Publikum kaum wirkliche Anfänger saßen, war das wohl notwendig.

Bkörn Tantau zeigt, das Soziale Profile nicht leicht zu fälschen sind

Björn Tantau zeigt, das Soziale Profile nicht leicht zu fälschen sind

Dennoch waren die Vorträge immer wieder auch eine kleine Wundertüte, weil die meisten Titel zwar bekannt waren, man aus sowas aber noch lange nicht auf den Inhalt und seine Eignung für sich selbst schließen kann. Ich habe mir zwar sagen lassen, dass online detailliertere Infos erschienen seien, aber ich hatte mich nun mal auf das Programmheft verlassen. Dennoch besonders gut gefallen hat mir übrigens der Vortrag von Björn Tantau zum Thema Google+, sowie der zukünftigen Bedeutung des AuthorRanks und des Publisher Tags für die SERPs. Sein Argument dabei war, dass sich Social Signals schwieriger glaubhaft künstlich erzeugen lassen als es zum Beispiel bei Links ist, die dementsprechend an Bedeutung verlieren würden. Ebenfalls interessant fand ich den Vortrag von Alexander Wachs, der sich mit rechtlichen Aspekten von Social Media befasste, bzw. der Frage, welche Rechte und Pflichten User und Anbieter in sozialen Netzwerken haben. Wie geht man beispielsweise gegen verunglimpfende Berichte in sozialen Netzwerken vor; an wen wendet man sich? Eine Meldung an den Betreiber der Seite / des Netzwerks ist der erste Schritt und wenn der Name des Users bekannt ist, kann man sich auch direkt an ihn wenden, um den Beitrag zu löschen. Dazu sollte man sich falsche Tatsachenbehauptungen im Beitrag heraussuchen, denn nur dagegen kann man rechtlich vorgehen, auch wenn die nichts mit dem eigentlichen Stein des Anstoßes zu tun haben. Das ist zwar überhaupt kein SEO-Thema, aber dennoch relevant für jeden, der sich im Internet bewegt.

Einen tollen Überblick über die immer größer werdende Einbindung von SEO in ein ganzheitliches Online-Marketing-Konzept gab Stefan Haupthoff von AKM3. Hier spielte natürlich das Trendthema Content Marketing eine wichtige Rolle, das Stefan aber auch kritisch beäugt hat. Er betonte, worauf wir in unserem Blog auch immer Wert legen: Erst einmal die eigene Website in Ordnung bringen bzw. optimieren, bevor man mit sowas wie Content Marketing loslegt! Dann aber lohnt es sich auf eine breite Zusammenarbeit der verschiedenen Abteilungen PR, Social Media, SEO etc. innerhalb von Content Marketing zu setzen. Diese Zusammenarbeit bzw. die Verbindung der Bereiche ist eines der größten internen Problemfelder im Online Marketing der Unternehmen.

Die Atmosphäre der SEOcruise

Eine Online-Marketing-Konferenz auf einem Schiff zu veranstalten hatte einige sehr positive Auswirkungen auf die Atmosphäre. Zum einen konnte man durch das reiche Programmangebot etwas gemeinsam unternehmen, ohne sich weit weg zu bewegen. Und das wiederum hatte einen weiteren Vorteil: Niemand konnte sich aus dem Staub machen. So entstand bisweilen tatsächlich so etwas wie eine Klassenfahrt-Atmosphäre und das ist deutlich positiv gemeint. Es haben sich tolle Gesprächsmöglichkeiten ergeben, egal ob beim Essen, in der Kaffeepause oder in der freien Zeit. Es ist ja meistens so, dass gerade dieses Netzwerken beinahe noch mehr bringt als die Vorträge und das Gefühl des gemeinsamen Erlebens dieser gemeinsamen Konferenzreise machte die SEOcruise definitiv zu etwas Besonderem.

Mein Fazit:

Wie gesagt war die SEOcruise etwas ganz Besonderes, woran nicht zuletzt auch das tolle Team um Maximilian Euler und Ayudo einen großen Anteil hatten. Was von Seiten der Reederei einmal versäumt wurde, haben sie immer wieder ausgebügelt. Vielen Dank dafür. Die Vorträge waren gut und das Networking funktionierte durch das gemeinsame Erlebnis der Kreuzfahrt ganz besonders gut. Die Atmosphäre war stets angenehm. Alles in allem eine wirklich gelungene Konferenz, auch wenn mir die Vergleichsmöglichkeiten zu anderen großen, mehrtägigen Konferenzen fehlen. Das einzige Problem der Veranstaltung ist ihr hoher Preis. Sollte sie also nächstes Jahr noch einmal stattfinden? Ich denke, das könnte gut funktionieren, allerdings würde ich dazu raten ein anderes Ziel auszuwählen, denn es ist fraglich, ob nochmal 250 Leute / Agenturen so viel Geld ausgeben werden, um wieder nach Oslo zu fahren. Das Alleinstellungsmerkmal ist ganz klar die Kreuzfahrt und das damit verbundene gemeinsame Erlebnis hat in meinen Augen gut funktioniert. Das lässt sich wiederholen, aber nur mit neuen Anreizen. Ich fänd’s gut.

Weitere Recaps zur SEOcruise 2013:

Auf Wiedersehen SEOcruise

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