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Logos in den Suchergebnissen: Was ist dran?

Seit der Einführung der Unternehmensseiten in Google+ haben viele Firmen, Unternehmen und Organisationen eine Google+ Seite angelegt – allerdings meistens nicht unter den Gesichtspunkten von Social Media Marketing, sondern in der Regel eher aus SEO-Gründen. Man verspricht sich davon bis heute ein besseres Ranking und eine bessere Sichtbarkeit in den Suchergebnissen. Und in der Tat wird eine Google+ Seite natürlich auch in den Suchergebnissen angezeigt. Das war und ist aber noch nicht so richtig befriedigend. Hoffnung keimte auf, als Google die Authorship Markups einführte, also die Verknüpfung von Texten mit den Google+ Profilen der Autoren. Der Clou daran: Die Profilbilder der Autoren werden bei den Snippets in den SERPS angezeigt und erzeugen so Aufmerksamkeit. Selbstverständlich wäre es für Unternehmen toll, mit ihrem Logo in den Suchergebnissen aufzutauchen. Der heutige Blogbeitrag behandelt, was in diesem Bereich möglich ist und was nicht.

Publishership in den Snippets bleibt ein Wunschtraum

Wie auf Searchengineland kürzlich zu lesen war, plant Google nicht eine Publishership analog zur Authorship einzuführen, jedenfalls nicht in absehbarer Zeit. Das bedeutet, dass Unternehmenslogos auch zukünftig nicht als Publisher in den Snippets eingeblendet werden.

Es gibt Alternativen über den Knowledge Graph, die aber wohl nur ein schwacher Ersatz sein können.

Unternehmenslogos im Knowledge Graph

Nachdem Google die Instant Preview eingestellt hat, ist auf der rechten Seite neben den Suchergebnissen Platz für Einblendungen frei geworden. Diese werden zunehmend durch Elemente des Knowledge Graphs gefüllt. Dort werden gelegentlich auch Informationen über Firmen angezeigt, entweder weil die Firma so bekannt ist, dass sie es in die Knowledge-Graph-Datenbank geschafft hat, oder aber wenn ein Google+ Profil existiert. Dabei erscheint das Logo dann natürlich mit.

Google+ Unternehmenseite in den SERPs mit rel=Publisher

Knowledge Graph für "Otto" - rot: Die Einblendung des Google+ Profils von Otto; grün: Knowledge Graph Ergebnisse für "Otto"

Streng genommen kann man die Einblendung des Google+ Profils eines Unternehmens ja nicht wirklich als „Knowledge Graph“ bezeichnen, jedoch wird das bei Google in diesen integriert. Den Unterschied sieht man jedenfalls auf dem Bild links. Gesucht habe ich nach dem Keyword Otto. Auf der rechten Seite neben den Suchergebnissen wurden mir zwei Boxen angezeigt. Rot umrahmt ist das Ergebnis, das das Google+ Profil der Marke Otto anzeigt. Es enthält das Logo, das als Profilbild bei Google+ angegeben wurde, den Namen der Google+ Seite (OTTO), die Anzahl der Follower und die neuesten Beiträge auf dem Google+ Profil.

Grün umrahmt hingegen ist der eigentlich Knowledge Graph. Der liefert mir für das Keyword Otto zwei unterschiedliche Ergebnisse. Einerseits das Unternehmen Otto Group und andererseits den Komiker Otto Waalkes. Je nachdem worauf ich klicke, erhalte ich die passenden Suchergebnisse. Aber das zweite Ergebnis ist für uns jetzt uninteressant, denn hier geht es nur um den roten Kasten. Also um die Einblendung des Google+ Unternehmensprofils von Otto. Wieso erscheint das dort mitsamt Logo?

Damit das Profil eingeblendet werden kann, müssen zwei Dinge notwendigerweise erfüllt sein: 1. muss erst einmal ein Profil bei Google+ überhaupt vorhanden und 2. muss es mit der Website des Unternehmens verknüpft sein, um es zu verifizieren. Diese Verknüpfung erfolgt ähnlich wie die der Autorenprofile. Es gibt zwei Möglichkeiten, entweder über den Webmaster oder über die Einbindung des rel=Publisher Markups. Wie beide Varianten genau funktionieren, erfährt man entweder von Google direkt, oder auch im kennstdueinen Blog.

Das schafft aber wie gesagt nur die Voraussetzung, dass die Seite überhaupt angezeigt werden kann. Ob und wann sie tatsächlich angezeigt wird, ist sehr nebulös. Es ist aber davon auszugehen, dass die Anzahl der Follower und die Aktivität auf dem Google+ Profil eine bedeutende Rolle spielen.

Über diese Variante hat man also die Möglichkeit mit seiner Marke und seinem Logo exponiert in den Suchergebnissen dargestellt zu werden, allerdings eben nur bei der exakten Suche nach der Marke selbst.

 

 

Einblendung des Logos mit Hilfe des Schema.org Organization Markups

Vergangene Woche wurde über den Google Webmaster Central Blog die Nachricht verbreitet, dass Google nun das Schema.org Organization Markup zulässt. Diese Bekanntmachung wurde von einigen deutschen Blogs offenbar etwas überhastet gelesen und dahingehend interpretiert, dass das ein Widerruf der oben genannten Meldung von Searchengineland sei. Das ist jedoch leider Unsinn, zumindest wenn ich den Text nicht vollkommen falsch verstanden habe. Von Snippets meldet Google nämlich gar nichts, vielmehr sind die relevanten Sätze: „We want you to be able to specify which image we use as your logo in Google search results. […] Markup like this is a strong signal to our algorithms to show this image in preference over others, for example when we show Knowledge Graph on the right hand side based on users’ queries.

Google ermöglicht es also Organisationen (auch Unternehmen) mit dem Organization Markup die Graphik auf der Website zu markieren, die man als Logo präferiert. Zwar wird in nicht zitierten Sätzen auch ganz allgemein von Einblendungen in den Suchergebnissen geschrieben („may be used in Google search results„) aber von Snippets steht da wohl absichtlich nichts. Vielmehr hält sich Google mit vagen Formulierungen ein paar Möglichkeiten offen. Das wahrscheinlich zunächst relevante Anwendungsgebiet wird mit dem Knowledge Graph dann aber genannt. Nach meiner Interpretation ist das Organization Markup für Google also nur eine Möglichkeit das Logo auf der Website einer Organisation genau zu identifizieren, damit es dann im Knowledge Graph „in preference over others“ angezeigt werden kann. Das ist in der Tat sinnvoll für Firmen, bei denen im Knowledge Graph Ergebnisse aus der Bildersuche angezeigt werden, die aber nicht unbedingt das Logo zeigen. Für den Großteil der Websites dürfte dieses Markup aber erstmal nicht relevant sein, weil man schlicht und ergreifend nicht im normalen Knowledge Graph eingeblendet wird. Das Organization Markup hat außerdem natürlich nichts mit der Einblendung des Google+ Profils im Knowledge Graph zu tun, denn da wird ja das Profilbild verwendet.

 

(Titelbild: © Isaxar – Fotolia.com)

David Linden 178 posts

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6 Kommentare

  • Christian (5 Jahren ago) Reply

    Super David, danke für die Zusammenfassung. Das Thema kann einen ja wirklich verwirren.

    Gruß,
    Christian

    • in reply to Christian #2
      David Linden (5 Jahren ago) Reply

      Hi Christian,

      Danke für die Blumen! Das Thema ist in der Tat verwirrend und noch schlimmer wird es, wenn man sich in dem Zusammenhang noch mit Google+ Local beschäftigt...

      Schöne Grüße
      David

  • seo42day (5 Jahren ago) Reply

    Vielen Dank für den Artikel.
    Diesen muss ich mit Sicherheit noch ein bis zweimal lesen und immer wieder sortieren. Aber. an sich finde ich die Logoeinbindung klasse, auch wenn diese in meinen Augen den bekannteren Marken mehr zu Güte kommt.

  • [...] Logos in den Suchergebnissen – Seit der Einführung der Unternehmensseiten in Google+ haben viele Firmen, Unternehmen und Organisationen eine Google+ Seite angelegt, allerdings meistens nicht unter Social Media Marketing Gesichtspunkten. Weiter… [...]

  • [...] alten auch inhaltlich verdrängt. Möglicherweise ist das heute so, vielleicht aber auch nicht. Der siebzehntletzte Beitrag handelte von Logos in den Suchergebnissen und vor allem darum, dass es diese so schnell nicht geben wird, jedenfalls nicht so wie bei den [...]

  • […] Trotz allem sind lokale Ergebnisse für kleine und mittlere Unternehmen sehr wichtig. Denn oft haben sie vor allem einen lokalen Bezug. Das fängt an beim Frisör und geht hin bis zum großen Kaufhaus. Auch Dienstleister wie SEO-Agenturen agieren häufig eher im lokalen Rahmen. Und gerade für solche lokalen Unternehmen ist es nicht nur sinnvoll, sondern manchmal sogar unerlässlich in lokalen Suchergebnissen aufzutauchen. Damit das funktioniert, ermöglicht es Google den Unternehmen sich selbst einzutragen und sich auf einer lokalen Seite selbst zu präsentieren. Seit einiger Zeit wurde dies ebenfalls in Google+ integriert, sodass es nun für lokale Unternehmen immer wichtiger wird auch eine Google+ Präsenz zu haben.  Ein solcher Google+ Local Beitrag wird unter Umständen nicht nur in den Suchergebnissen angezeigt, sondern kann auch auf der rechten Seite im Feld der Knowledge Graph Ergebnisse eingeblendet werden und damit zu einer erhöhten Aufmerksamkeit führen. […]

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