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Linkabbau – SEO-Grundlagen

Links seien die Währung der Suchmaschinenoptimierung, hieß es viele Jahre lang. Das liegt daran, das Googles Algorithmus auf Basis von Links über die Relevanz einer Website entscheidet. Diese Basis ist in den vergangenen Jahren immer kleiner geworden und hat sich eher zu einer Säule in einem Mehrsäulenmodell entwickelt. Der Rankingfaktor Links bzw. Backlinks hat also an Relevanz verloren, was allerdings noch lange nicht heißt, dass er unwichtig ist. Das ist einerseits eine logische und vernünftige Entwicklung und andererseits das Resultat von Googles Kampf gegen Linkspam. Der hat nämlich nicht nur dazu geführt, dass Links nicht mehr so dominant für das Ranking einer Website sind, sondern ebenfalls dazu, dass die Bewertung der Links an sich viel differenzierter erfolgt. Vorher gab es zu diesem Zweck mehr oder weniger nur den PageRank, der einen guten von einem weniger guten Link unterschied. Das ist aber Vergangenheit. Heute gibt es eben nicht nur gute und weniger gute, sondern vor allem auch schlechte Links, die im Zweifel dem Ranking der Website schaden können. Daher hat sich neben dem Linkaufbau auch der Linkabbau, von eben jenen schlechten Links, in der Suchmaschinenoptimierung etabliert.

Worauf es beim Linkabbau ankommt

Wie gesagt kann man nicht mehr pauschal sagen, dass Links bzw. in diesem Fall vor allem Backlinks, immer gut sind für das Ranking einer Seite. Durch die Initiativen und Updates von Google wird es immer schwieriger Linkaufbau zu SEO-Zwecken, also zur Verbesserung des Rankings, aktiv zu betreiben. Der neueste Schlag in diese Richtung war bekanntlich das Penguin 2.0 Update, das erst vor wenigen Wochen ausgerollt wurde. Die Kriterien für gute Links werden immer spezieller. Das führt recht schnell zu Abstrafungen durch Google bzw. zu Abstürzen im Ranking der Website. In solchen Fällen kann Linkabbau zu einer Erholung führen, wenn denn die Abwertung tatsächlich auf das Linkprofil zurückzuführen ist.

Linkanalyse: Gute und schlechte Links unterscheiden

Wenn Google einem Website-Betreiber einen blauen Brief schickt, hat derjenige das Glück, Hinweise auf die Abstrafung sowie auf deren Ursache zu erhalten. Bekommt man jedoch keinen solchen Brief, muss man erstmal überhaupt herausfinden, ob es sich um eine Abstrafung, ein Update oder was auch immer handelt. Dann kommt die Analyse der Website in die, neben den Onpage-Faktoren, auch das Linkprofil einfließen sollte.

Wenn man durch eine  Meldung von Google schon weiß woran es liegen könnte, kann man sich praktischerweise sofort dem Linkprofil widmen. In beiden Fällen muss man sich einen Überblick über die Links verschaffen, die auf die eigene Seite führen. Dabei geht es darum gute und schlechte Links unterscheiden zu können. Dabei sollte man sich allerdings nicht vom PageRank oder anderen vermeintlichen SEO-Faktoren beeinflussen lassen, sondern auf die Natürlichkeit der Links achten. Denn Google achtet vor allem auf ein natürliches Linkprofil.

Das bedeutet, dass alle Faktoren beachtet werden müssen. Die verlinkende Seite sollte einen thematischen Bezug haben, die Anchortexte sollten nicht vollgestopft mit Moneykeywords sein, vor allem sollten sie auch nicht immer gleich sein, sondern variieren. Außerdem sollte die Verteilung der linkgebenden Seiten natürlich sein, das heißt, ruhig mehr Links von Seiten mit niedrigem PageRank und niedriger Relevanz und ein paar von höherwertigen Seiten.

Alles andere wirkt unnatürlich. Dabei ist es dann auch egal, ob die Links nun gekauft wurden oder ob es sich um Gefallen handelt, um Linktausch oder sonst irgendwas. Achten Sie darauf, dass die Links zumindest so aussehen, als hätte sie ein Mensch von sich aus gesetzt. Am besten ist es natürlich, wenn es nicht nur so aussieht.

Auf das Linkprofil kommt es an

Oftmals geht es nicht um einzelne bestimmte Links, sondern um ein unnatürliches Gesamtprofil. Von einzelnen schlechten Links braucht man sich nicht stören zu lassen, denn schließlich setzen ja auch Menschen mal schlechte Links  – auch ungewollt. Linkabbau würde ich vor allem bei offensichtlich schädlichen oder fehlerhaften Links empfehlen, die auch einen Einfluss auf das gesamte Linkprofil haben. Zu nennen sind hier vor allem offensichtlich gekaufte Links oder Bad Neighbourhood Links, also Links, die von Seiten mit schlechten, schädlichen oder im schlimmsten Fall kriminellen Inhalten kommen. Wenn Google allerdings wegen konkreter, in der Regel gekaufter Links, eine Abstrafung vorgenommen hat, dann hilft in diesem Fall auch wirklich nur der Linkabbau.

Bereinigung des Linkprofils

Wenn man sein Linkprofil analysiert hat, geht es an die Bereinigung. Wie man dabei vorgehen sollte, kann sehr unterschiedlich sein. Auf jeden Fall ist der Linkabbau nur eine von mehreren Möglichkeiten, denn auch wenn es zunächst paradox klingt, kann der Linkaufbau manchmal die bessere Alternative sein, sofern das Linkprofil dabei natürlicher wird.

Linkabbau-Methoden:

Bei schädlichen, abgestraften Links kommt man jedoch nicht um den Abbau herum. Dazu gibt es unterschiedliche Möglichkeiten, das Disavow Tool sollte allerdings nicht die erste Wahl sein.

1. Linkgeber kontaktieren

Die beste Variante des Linkabbaus ist ganz einfach den Webmaster der verlinkenden Seite zu kontaktieren. Mit ein wenig Einfühlungsvermögen erreicht man in der Regel am meisten. Das zeigt auch die eigene Erfahrung. Die Webmaster Tools von Google zeigten uns neulich 100.000 Links von einem Unternehmensverzeichnis an, in das wir uns nicht selber eingetragen hatten. Daher bestand die einzige Möglichkeit darin, den Betreiber zu kontaktieren. Angeblich handelte es sich um einen Bug, also einen Fehler auf der Seite, der aber beseitigt werden sollte. Und in der Tat sank die Anzahl der Verweise von der Seite rapide. Ich denke, in den meisten Fällen führt eine Kontaktaufnahme, wenn auch nicht immer direkt, zum Erfolg und zur Entfernung des Links.

2. URL Struktur ändern / Seiten entfernen

Eine eher verzweifelte Variante ist es natürlich einzelne Seiten mit einem sehr schlechten Linkprofil einfach ganz ‚rausznehmen und somit das URL-Profil der Seite zu ändern. Das ist natürlich  – wenn überhaupt – nur bei Unterseiten sinnvoll und auch nur dann, wenn wirklich Hopfen und Malz verloren ist.

3. Das Disavow Tool verwenden

Das Disavow Tool ist streng genommen kein Linkabbau-Werkzeug, sondern dient lediglich dazu Links zu entwerten. Es bietet sich also vor allem dann an, wenn es nicht gelingt einen schädlichen Link abzubauen, weil die Linkgeber unkooperativ oder verschollen sind.  Man sollte mit dem Tool jedoch vorsichtig sein, vor allem wenn man selber noch keine Benachrichtigung von Google erhalten hat. Denn so winkt man Google sozusagen mit der roten Fahne und ruft: „Hallo hier! Ich habe diesen Link gekauft!“ Nicht nur, dass man dann genauer unter die Lupe genommen werden könnte, sondern man kann damit auch andere Seiten in Misskredit bringen. Das wären neben der verlinkenden Seite selbst auch andere Seiten, die von ihr Links erhalten haben. Deswegen und weil Google seine Arbeit eigentlich selbst machen und seine Bewertungskriterien nicht auch noch von den Usern erhalten sollte, rate ich dazu, dass Tool wirklich nur als letztes Mittel und nicht leichtfertig zu verwenden.

Fazit

Das beste Mittel gegen eine Abstrafung ist ein natürlicher und somit guter Linkaufbau, bei dem nicht nur die Linkquellen, sondern vor allem auch die Linktexte natürlich verteilt sind.  Das Linkprofil sollte permanent beobachtet werden, um möglichst schnell auf schädliche Entwicklungen reagieren zu können. Bei einer Abstrafung ist zunächst Ruhe zu bewahren und herauszufinden, woran es wirklich liegt. Sind die Links die Ursache, kommt man um den Abbau einiger von ihnen nicht herum. Aber hier ist Vorsicht geboten: Von einer übereifrigen Verwendung des Disavow Tools rate ich deutlich ab. Zu guter Letzt möchte ich noch eine hervorragende Linkabbau-Anleitung von Bjoern Tantau empfehlen. Die ist zwar schon ein paar Tage alt und rührt vom ersten Pinguin Update, ist aber noch absolut gültig.

(Titelbild: © psychoschlumpf – Fotolia.com)

David Linden 178 posts

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4 Kommentare

  • Clement, Tobias (4 Jahren ago) Reply

    Hallo David,

    ich verstehe noch immer nicht wieso viele SEO bei Begriff Penguin automatisch auch den Begriff Linkabbau in den Mund nehmen. Meiner Meinung nach ist ein Abbau NUR bei einer manuellen Penalty nötig.

    Ich habe das ganze mal in einem Artikel nieder geschrieben und würde mich sehr über deine Meinung dazu freuen:

    http://www.linkhammer.de/linkabbau-so-gehts-richtig/

    Beste Grüße
    Tobias

  • […] und seine Website und den Suchmaschinentraffic gerne mag, der sollte ernsthaft darüber nachdenken diese Links abzubauen. So lautet nicht nur unsere Empfehlung, sondern beispielsweise ebenso bei RankingCheck und auch von […]

  • […] Linkspam verschärft und seit den Pinguinen und dem Disavow Tool erhält man mehr Anfragen zum Linkabbau als zum -Aufbau. Die sogenannte Linkangst geht um. Und in Folge dessen verliert die Offpage […]

  • […] seitens Google vorliegt. Dann wird das Linkprofil zur Abwehr dieser Google-Maßnahme peinlich genau analysiert. Und kurz nachdem die fraglichen Links identifiziert waren, abgebaut wurden und Google die […]

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