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Post-Provided-SEO kommt schneller als gedacht

Bereits im Juni schrieb ich einen Artikel über (not provided) Keywords, also darüber, dass Google bei immer weniger Suchanfragen das Keyword an die Websites übermittelt. In den Daten der Analysetools steht dann für solche Besucher statt des Keywords ein (not provided), und so heißt auch der Beitrag. Aus aktuellem Anlass ist es notwendig geworden, noch einmal über das Thema zu schreiben. Im vergangenen Monat ist vielen Webmastern ein drastischer Anstieg der (not provided) Besucher aufgefallen. Auch bei uns sind vermehrt Fragen eingetroffen, was es damit auf sich hat.

Not provided steigt rasant

Dabei ist es gar nicht besonders erwähnenswert, dass der Anteil der nicht ausgelieferten Keywords steigt, sondern vor allem wie stark. Die Entwicklung im September war rasant. Unsere Seite liegt dabei mittlerweile regelmäßig bei über 90% Besuchern von Google, bei denen das Keyword nicht angezeigt wird. Das ist eine Steigerung von 20-30% gegenüber den Angaben aus dem Artikel vom Juni.

Wie gesagt, es war im Grunde klar, dass dieses Problem zunehmen würde, auch dass es früher oder später 100% erreichen würde, was auch erklärte Absicht von Google war. Doch dieser Anstieg kam dann doch ein bisschen plötzlich. Das ist selbstverständlich auch Danny Sullivan von Searchengineland aufgefallen und er hat ein paar Fragen dazu an Google gestellt, warum dass jetzt so plötzlich umgesetzt wird. Google bestätigte offenbar, dass man dabei sei ALLE Suchen auf die „sichere“ SSL-Verschlüsselung umzustellen. Begründet wird das offenbar, wie bisher, mit dem Datenschutz, und dabei darf natürlich der Verweis auf Prism nicht fehlen. Ich bezweifle allerdings, dass Prism der Grund ist, sondern allenfalls der Anlass, es jetzt umzusetzen. Denn erstens denke ich nicht, dass das irgendetwas an geheimdienstlicher Überwachung ändert – schließlich sollen die Geheimdienste SSL-Schlüssel knacken können, wenn sie denn wollen. Zweitens war das ohnehin geplant. Da Google ja eine profitorientierte Unternehmung ist, liegt es nicht fern zumindest einen Teil der Beweggründe im finanziellen Bereich zu suchen, denn – oh Wunder – AdWords Kunden bekommen die Keywords weiterhin ausgeliefert. Dass Google hier den Website Betreibern und SEOs absichtlich Sand in die Augen streuen möchte ist zumindest im Bereich des denkbaren, erst recht, wenn man den Artikel von Dominik Wojcik liest.

Die Post-Provided-SEO Ära hat schon lange begonnen

Dass eine Zeit kommen würde, in der die Keywords nicht mehr mit ausgeliefert werden, war – wie gesagt – vorhersehbar. Trotzdem ist die Geschwindigkeit mit der (not provided) über uns hereinbricht unerwartet und in SEO-Kreisen daher ein heiß diskutiertes Thema, wie die Beiträge von SEO-United und Sistrix vom 23. September 2013 zeigen. Nach dem bisherigen Verlauf würden laut dem Zähler auf http://www.notprovidedcount.com/ am 5. Dezember 2013 die 100% erreicht, also noch vor Weihnachten. Über das Geschenk von Google könnten sich aber wohl nur wenige SEOs freuen.

Das Umdenken hat aber schon begonnen, selbst wenn es keine perfekten Workarounds gibt. Einige Behelfsmöglichkeiten habe ich im alten (not provided) Beitrag bereits vorgestellt. In diesem Zusammenhang ist zusätzlich auch noch ein Beitrag von Franz Keim zu erwähnen, der auch schon etwas älter ist, aber eben auch noch ein paar gute Impulse liefert.

Wenn die 100% dann erreicht sind, wird jede Schätzung nur mit Analytics jedoch schwierig werden. Ich sehe Chancen in der Kombination von Daten zu Zielseiten und aus Monitoring Tools. Aber letztlich werden die Infos unschärfer und unsicherer und SEO damit schwerer, vielleicht auch teurer und viel schwieriger messbar.

Nachtrag:

Ich hatte noch keine Gelegenheit es mir anzusehen, aber: Rand Fishkin hat ein Whiteboard Friday Video geposted, das sich eben mit dem Thema der 100% not provided beschäftigt und wie man damit umgehen kann, oder genauer: „When Keyword (not provided) is 100 Percent of Organic Referrals, What Should Marketers Do? – Whiteboard Tuesday“

(Titelbild © lassedesignen – Fotolia.com)

David Linden 178 posts

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3 Kommentare

  • […] Mit der neuen Darstellung lässt sich Traffic wie gesagt einfacher klassifizieren als zuvor. Da ging das zwar auch, war aber deutlich umständlicher. Jetzt kann man den Traffic quasi in einer Zeile verfolgen. In meinem Screenshot wurde der Report “Kanäle” gewählt und die Standard Gruppierung als primäre Dimension gewählt. Das kann man natürlich noch verfeinern und die weiteren Reports liefern noch einmal detaillierte Einblicke zum Beispiel in die Akqusition, das Verhalten und die Conversionen von Besuchern, die über ein bestimmtes Keyword auf die Website gekommen sind. Ich frage mich allerdings ob Google sich dabei nicht selbst ein bisschen blöd vorkommt, denn die Übermittlung von Keywords tendiert schon häufig gegen null. […]

  • […] Die sind auch im letzten Jahr weitgehend ausgeblieben, auch wenn es natürlich viel neues gab. Das not-provided-Zeitalter ist schneller angebrochen als gedacht, aber eben nicht unerwartet, Hummingbird und der Beginn einer […]

  • […] an der SSL Verschlüsselung der Suchergebnisse, die Google aus “Datenschutzgründen” mittlerweile fast überall einsetzt. Weil das mit dem Datenschutz dann am Ende doch nicht relevant ist, leitet Google aber die Besucher […]

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