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Not Provided auch für bezahlte Klicks und Ranking Vorteile für HTTPS Seiten?

Das Thema not provided ist spätestens seit letztem Jahr im SEO Bereich schon beinahe durch. Da hatte Google nach langfristigen Signalen in dieser Richtung dann doch urplötzlich den Großteil der Suche auf das https Protokoll um-, und die Übermittlung des gesuchten Keywords im Referrer eingestellt. Das Interessante und Doppeldeutige daran war bisher, dass davon zwar die organischen Suchergebnisse betroffen waren, aber eben nicht die AdWords Kunden. Das ist nun anders, denn Google hat jetzt auch hier die Übermittlung der Suchanfragen eingestellt.

Post Provided Ära jetzt auch in SEA

Nachdem Google die Übermittlung der Keywords in den organischen Ergebnissen zwar abgeschafft, aber in der Paid Search weiter ausgeliefert hatte, konnte man annehmen, dass das auch ein Werkzeug war um die bezahlte Suche zu fördern. Dass es sich dabei tatsächlich um eine Maßnahme des Datenschutzes oder gar eine Reaktion auf den NSA-Skandal gehandelt habe, haben nur wenige geglaubt. Wahrscheinlich ist es daher auch eine Reaktion auf die mangelnde Glaubwürdigkeit, dass nun auch zahlende Kunden auf die Daten zu den Suchphrasen verzichten müssen, zumindest im Referrer.

Keyworddaten sind trotzdem verfügbar

Jetzt muss man natürlich sagen, dass es AdWords Kunden nun wirklich nicht so hart trifft wie SEOs. In erster Linie ist vor allem die Auswertung der Suchterme die zu einem bezahlten Klick geführt haben betroffen. In AdWords ist aber ein Keyword etwas anderes als ein Suchterm. Denn auf Keywords setzt man bei der Platzierung der Anzeigen, die stimmen aber nicht hundertprozentig mit der Suchanfrage überein. Auf die Daten, welches Keyword wie viele Klicks erzeugt hat, hat man über AdWords natürlich weiterhin zugriff. Nur im Referrer wird der Suchterm nicht mehr mit übertragen. Aber ganz generell sind auch die Suchterme nicht weg. Zugriff gibt es weiterhin über die AdWords API bzw. den „Bericht ‚Suchanfragenleistung'“,  oder den AdWords Scripts Report. Letztlich werden also AdWords Nutzer, sowohl des Interfaces, als auch der API weiterhin Zugriff auf Suchanfragedaten und Keywords haben. Ein Problem gibt es allerdings für dynamische Landingpages, die bisher auf den Suchtermen basieren: Diese müssen nun auf Value Track bzw. URL Parameter zurückgreifen, die weiterhin Keyword (nicht Suchanfrage!) und match type übermitteln.

Die wichtigste Änderung ist also, dass die Suchanfrage nicht mehr im Referrer übetragen wird und somit die Auswertung in Analysetools erschwert. Dennoch sind sich die Experten einig, dass die Auswirkungen bei weitem nicht so stark sind, wie zunächst befürchtet, und dass es erst einmal so weitergehen wird wie bisher. Allerdings sind noch einige Fragen offen. Letztlich sind die Daten nicht weg, Google verhindert nur, dass jemand anderes als sie selbst die Kenntnis darüber hat.

Sichere Seiten als Rankingfaktor?

Mittlerweile ist durchgesickert, dass Matt Cutts es gerne sehen würde, dass Websites die HTTPS oder SSL verwenden einen Ranking-Bonus erhalten. Nur weil Matt Cutts das gerne hätte, heißt das zwar noch lange nicht, dass es auch so kommt, aber die Diskussion ist offensichtlich da und es gibt sicherlich weniger einflussreiche Leute bei Google. Die Vorstellung, dass alle Websites verschlüsselt sind, gibt es schon länger. Die Idee, dass Google hier einen Bonus fürs Ranking verteilen könnte, ist nicht neu – man denke nur an mobile first. Das ist jedoch ein vollkommen anderer Fall, denn für den User ändert sich auf einer normalen Content Seite eigentlich gar nichts, ob sie nun über https oder http abgerufen wird. Es gibt also keinen offensichtlichen Gewinn für den Suchenden, dem Google das beste Erlebnis bieten möchte. Trotzdem kann es sein, dass Google Vertrauen in Sachen Datenschutz und Sicherheit im Internet wiedergewinnen möchte. Ein bedeutender Bonus für „sichere“ Seiten ist trotzdem nicht zu erwarten, denn der Umbau großer Domains von http auf https ist nicht ganz unproblematisch. Ich denke daher, dass Google da eher behutsam vorgehen wird.

(Titelbild: © stokkete – Fotolia.com)

David Linden 178 posts

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2 Kommentare

  • Lara (3 Jahren ago) Reply

    Ich finde es gut und richtig, dass google sichere Seite positiver bewerten möchte. Google hat seit Jahren die Absicht, relevante, schnelle und aktuelle Seiten vorne zu listen, damit der Suchenende das Ergebnis erhält, wonach er sucht. Und da die meisten user ausschließlich sichere Seiten besuchen möchten, macht es Sinn diese bevorzugt anzuzeigen.

  • […] aber offenbar nicht schnell genug aus, sodass Google nachhelfen möchte, wie es das bereits beim Thema HTTPS oder PageSpeed getan […]

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